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  • Gartengenuss

So gelingt der Kartoffelanbau in Topf und Co.

Selbst geerntete KartoffelnFoto: Floragard Selbst geerntete Kartoffeln, das geht auch ohne eigenen Garten. Kartoffeln anbauen und ernten ohne eigenen Garten? Klingt nach einer Herausforderung. Ist aber ohne großen Aufwand in Töpfen, Säcken oder Kisten möglich.

Sie brauchen

Auf jeden Fall einen geschützten und sonnigen Platz auf dem Balkon oder der Terrasse.
Außerdem: 

  • Ein mindestens 15 l großes Pflanzgefäß – Pflanztopf, Maurerkübel, Kartoffelturm, Holzkisten, Säcke. Ablaufloch für überschüssiges Wasser nicht vergessen!
  • Lockere Garten- oder Blumenerde, Sand, Kompost oder spezielle Gemüse- oder Kartoffelerde aus dem Handel
  • Blähton, Kies
  • Zertifizierte Pflanzkartoffeln, für ein 15 l Gefäß ein bis zwei Knollen, ab 20 l drei bis vier Stück
Pflanzzeit und geeignete Sorten

Bevor Sie die Kartoffeln einpflanzen, lassen Sie diese vorab bei ca. 15 °C auf der Fensterbank vorkeimen. Etwa vier Wochen vor dem Pflanzen, also gegen Anfang März, sollten Sie damit beginnen.

Bei der Sortenwahl sind Ihnen keine Grenzen gesetzt, jede Sorte, die im Beet wächst, gedeiht auch im Pflanzgefäß. Ihnen bleibt nur die Qual der Wahl zwischen mehlig und festkochend sowie der Farbe. Wenn Sie verschiedene Sorten anbauen möchten, können Sie bei ausreichend Platz natürlich auch mehrere Töpfe oder Säcke nebeneinander aufstellen.

Anbau im Topf

TopfkartoffelnFoto: Floragard Möchten Sie nur ein paar Kartoffeln ernten, ist auch ein Anbau im Topf problemlos möglich. Für den Anbau im Topf eignen sich besonders schwarze Pflanzkübel. In ihnen kann sich die Erde gut erwärmen, und der Ertrag wird höher. In den Boden sollten Sie, wenn nicht schon vorhanden, mehrere Löcher für den Wasserabfluss bohren. Danach gehen Sie wie folgt vor:

  • Eine ca. 10 cm dicke Schicht Blähton oder Kies einfüllen
  • Darüber ca. 15 cm hoch Gartenerde mit Sand und Kompost oder Blumenerde mit Sand
  • Pflanzkartoffeln auflegen und leicht mit Erde bedecken
  • Kräftig angießen
  • Sobald die Triebe etwa 10 cm aus der Erde schauen, heißt es – Erde nachfüllen, bis nur noch die oberen Blattspitzen zu sehen sind – quasi als Pendant zum Anhäufeln im Beet. Diesen Vorgang wiederholen Sie etwa zwei- bis dreimal, bis der Topf bis oben mit Erde gefüllt ist.

Jetzt müssen Sie nur noch darauf achten, dass die Erde nie ganz austrocknet – was besonders im Sommer schnell mal passieren kann. Nach etwa 100 Tagen nach dem ersten Einpflanzen können Sie die Kartoffeln nun ernten.

Tipp: Wenn Sie spezielle Töpfe mit herausnehmbarem Einsatz verwenden, können Sie zwischendurch immer mal nachschauen, wie weit die Knollen schon sind und bei Bedarf ernten.

Anbau im Sack

Für den Anbau im Sack eignen sich handelsübliche Kunststoffsäcke oder die klassische IKEA-Tasche aus festem PVC-Gewebe. Sie sind etwas luftdurchlässig und deutlich stabiler als klassische Folienbeutel. So sind hier zum Beispiel große Reissäcke ideal. Damit auch hier überschüssiges Gieß- oder Regenwasser zügig abfließen kann, sollten Sie ein paar 1–2 cm lange Schlitze hineinschneiden.

Danach:

  • Pflanzsack bis auf ca. 30 cm aufrollen
  • Eine ca. 10 cm dicke Schicht Blähton oder Kies einfüllen
  • Darüber ca. 15 cm hoch Gartenerde mit Sand und Kompost oder Substrat mit Sand
  • Pflanzkartoffeln auflegen und leicht mit Erde bedecken
  • Kräftig angießen

Halten Sie die Erde nach dem Einpflanzen gleichmäßig feucht. Sobald die Pflanzen eine Höhe von etwa 30 cm erreicht haben, rollen Sie den Pflanzsack entsprechend ab und füllen mit Erde wieder auf.

Anbau im Kartoffelturm

KartoffelturmFoto: Christopher Taggart/Flickr (CC BY-SA 3.0) Ein Kartoffelturm ermöglicht den Anbau von vielen Kartoffeln auf kleiner Fläche. Wer besonders viel Platz auf dem Balkon oder vielleicht sogar eine Dachterrasse hat, kann den Anbau auch in einem selbst gebauten Kartoffelturm versuchen. Er ist quasi die XL-Variante des Topfanbaus. Nur wachsen hier die oberen Pflanzen nach oben aus der Erdschicht, die im unteren Bereich seitlich aus dem Turm. Wenn keinen Turm selbst bauen wollen, gibt es im Handel mittlerweile auch Modelle aus Kunststoff, die sie nur noch befüllen und übereinander stecken müssen.

So bauen Sie ihren eigenen Kartoffelturm:

  • Bambus- oder Kunststoffmatte oder feinen Maschendraht (1 m x 1,50 m)
  • Rolle formen und mit Draht oder Kabelbindern schließen
  • In einen Kübel mit entsprechendem Durchmesser stellen
  • Ca. alle 15 cm kleine Löcher in die Wand schneiden
  • Bis zu den ersten Löchern Erde einfüllen
  • Kartoffeln einlegen
  • Nächste Schicht Erde und die nächsten Kartoffeln usw., bis der Turm gefüllt ist

Halten Sie auch im Turm während der gesamten Kulturzeit die Erde gleichmäßig feucht. Ernten können Sie hier, sobald die Pflanzen welken. Öffnen Sie dafür einfach den gesamten Turm und sammeln Sie die Knollen ein.


Gerrit Viets
Verlag W. Wächter

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