• Gartengenuss

Besondere Kräuter

Limo-KrautFoto: Flora Press/Kubacsi

Viele Pflanzen entwickelten im Laufe ihrer Evolution ganz besondere Aromastoffe, um Fressfeinde fernzuhalten oder Bestäuber anzulocken. Zum Glück stellen diese Aromastoffe auch für unsere Nasen und Gaumen einen wahren Genuss dar und bereichern nicht nur unsere Gärten, sondern auch unsere Küchen. Neben den bekannten Klassikern wie Petersilie, Schnittlauch und Dill gibt es zahlreiche besondere Kräuter, die aufgrund ihres Aromas und/oder ihrer Verwendungs­möglichkeiten Gerichten eine ganz besondere Note verleihen.

Hauch von Mittelmeer

Gyros-KrautFoto: MakroBetz/Shutterstock

„Gyros-Kraut“ (Artemisia caucasica, eigentlicher Name: Kaukasus-Beifuß) verleiht Speisen ein herzhaftes Aroma und eignet sich für das Würzen von fleischigen sowie vegetarischen Gerichten.
Wuchs: bis 30 cm hoch, eher flach kriechend, wintergrüne Staude, hellgelbe Blüten in Rispen von Juli bis August
Standort: sonnig, etwas geschützt, normaler Gartenboden, Steingartenpflanze, geringer Wasserbedarf
Pflege: bis zur Einwurzelung bei Trockenheit regelmäßig gießen, Winterschutz ratsam
Verwendung: Blätter frisch oder getrocknet als Gewürz für Gyros und andere Fleischgerichte, aber auch für Grillkäse und -gemüse, Pasta, Pizza. Die Blüten sind ebenfalls essbar mit mil­derem Aroma

Spritzig-zitronig

Afrikanische ZitronenkrautFoto: Blu Blumen

Das Afrikanische Zitronenkraut (Satureja biflora) gilt als Alleskönner unter den zitronigen Kräutern. Es riecht nach Zitrone und schmeckt auch genauso frisch-fruchtig.
Wuchs: 20–30 cm, buschig, kleine, thymianartige Blätter, kleine, weiße Blüten von Juni bis August
Standort: sonnig, möglichst sandiger, durchlässiger Boden
Pflege: frostfreie Überwinterung im Haus, dann nur mäßig gießen, regelmäßiges Einkürzen der Triebspitzen fördert buschiges Wachstum
Verwendung: Blüten und Blätter können für alles verwendet werden, was „zitronig“ aromatisiert werden soll, z.B. Salate, Süßspeisen, Cocktails, orientalische Gerichte, wirkt als Tee zubereitet schleimlösend und hustenlindernd

Aromatischer Duftspender

CurrykrautFoto: Blu Blumen

Vor allem bei Sonnenschein verströmt das Currykraut (Helichrysum angustifolia) seinen aromatischen Duft, der an leckere Currygerichte erinnert. Dabei ist das Kraut nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilkraut bei Husten und Hautproblemen bekannt.
Wuchs: 60–80 cm hoch, aufrechter, dicht buschiger Halbstrauch, silbrige, nadelartige Blätter, gelbe Blüten von Juli bis September
Standort: möglichst sonnig, kiesiger bis sandiger Boden, möglichst trocken, wenig humos
Pflege: regelmäßiges Ernten oder Rückschnitt halten Pflanze in Form, winterhart mit Schutz, stärkerer Rückschnitt erst nach dem Winter
Verwendung: verleiht Gemüse-, Reis- und Fleischgerichten sowie Suppen ein mil­des Curryaroma, Zweige werden mitgekocht und vor dem Servieren entfernt

Echter Scharfmacher

Wasabi-RucolaFoto: simona pavan/Shutterstock

Der „Wasabi-Rucola“ (Diplotaxis erucoides, eigentlicher Name: Raukenähnlicher Doppelsame) sieht dem normalen Rucola sehr ähnlich, schmeckt aber ungewöhnlich scharf nach Wasabi bzw. Meerrettich. Die enthaltenen Senföle erzeugen den schar­fen Geschmack.
Wuchs: wie normaler Rucola, 20–30 cm hoch, flach wurzelnd, weiße Blüte
Standort: sonnig bis halbschattig, humusreicher, sandiger bis lehmiger Boden, aus­reichend feucht
Pflege: einjährig, samt sich ab Oktober selbstständig wieder aus
Verwendung: roh im Salat, auf Brötchen, im Sandwich oder klein geschnitten in Quark oder Frischkäse als Brotaufstrich

Gesunde Nascherei

Die Lakritz-Tagetes (Tagetes filifolia) kann mit einem intensiven Lakritz-Geschmack aufwarten und ist genau das Richtige für Liebhaber der sonst eher ungesunden Nascherei.
Wuchs: 20–40 cm hoch, buschig, feines, dill­artiges Laub, kleine, weiße Blüten ab Oktober
Standort: sonnig bis halbschattig, warm, normaler Gartenboden oder normale Pflanzerde bei Kübelkultur
Pflege: einjährig, regelmäßige Ernte fördert Seitentriebbildung
Verwendung: Blätter und Blüten zur Verfeinerung von süßen und salzigen Speisen, Kräutertee, als Essig oder Likör oder frisch gepflückt als kalorienarme Nascherei zwischendurch

Lakritz-TagetesFoto: Blu Blumen

 

Limonen-YsopFoto: Danny/Adobe Stock

Kalorienarme Limonade

„Limo-Kraut“ (Agastache mexicana, eigentlicher Name: Limonen-Ysop) hat ein frisches Aroma nach Zitrone und Anis und eignet sich hervorragend zur Herstellung einer kalorienarmen, erfrischenden Limonade.
Wuchs: 40–60 cm hoch, aufrecht, horstbildend, rosa­farbene oder violette Blüten von Juli bis Oktober
Standort: sonnig bis halbschattig, jeder normale Gartenboden ohne Staunässe
Pflege: mehrjährig, aber nur bedingt winterhart, kann in klimatisch milden Regionen ausgepflanzt mit Schutz überwintern
Verwendung: Blüten und Blätter sind essbar, frische Blätter eignen sich zur Herstellung einer kühlen, leckeren Limonade oder heiß aufgebrüht für einen wohlschmeckenden Tee

 

Gruß aus Fernost

PerillaFoto: Flora Press/Frédéric Tournay

Perilla (Perilla frutescens, auch Roter Shiso genannt), ist ein in Asien häufig kultiviertes Kraut mit feinem Aroma, das auch wegen seiner Eigenschaften in der traditionellen chinesischen Medizin geschätzt wird.
Wuchs: 40–60 cm hoch, dekoratives, rotes und/oder grünes Laub, kleine, weiße bis rosa oder violette Blüten von August bis Oktober
Standort: warm, sonnig bis halbschattig, nährstoffreicher, feuchter, durchlässiger Boden
Pflege: einjährig, Haupttrieb bei 30 cm einkürzen fördert buschiges Wachstum, regelmäßig gießen, keine Staunässe
Verwendung: Blüten und Blätter, Geschmack erinnert an eine Mischung aus Zimt, Minze, Anis und Sesam, frische Blätter im Salat, als Pesto, im Gemüse- oder Kartoffelgratin, salzig-scharf eingelegt zu Sushi, Blütentriebe für Duftsträuße

 

Miriam Soboll
Fachberaterin des Landesverbandes 
Niedersächsischer Gartenfreunde