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Tomaten-Vielfalt:
nicht immer rund, aber immer gesund!

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Tomaten
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  • Fleischtomaten
  • Pfirsichtomate
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  • Cherry-Tomaten

TomatensortimentFoto: Lindner Viele attraktive Sorten bereichern das mittlerweile fast unüberschaubar große Tomatensortiment - da schlägt jedes Tomatenliebhaberherz höher Die Tomate ist wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit und durch ihre attraktive Farbe sehr beliebt; im Pro-Kopf-Verzehr liegt sie mit 19,5 kg (davon über 7 kg frische Tomaten) sogar an der Spitze von allen Ge­mü­se­ar­ten. Sie gilt als aus­ge­spro­che­ne Gesundheitsnahrung, da sie reich an den Vitaminen C, E und Karotin ist und viel Kalium enthält.

Trotz aller positiven Wir­kun­gen sagt man der Tomate, vor allem den „modernen Sor­ten“, einen schlechten Geschmack nach; es wird behauptet, dass die Sorten früher besser geschmeckt hätten. Dies lässt sich wissenschaftlich nicht bestätigen. Das Geschmacksempfinden ist zwar sehr subjektiv, doch bei Geschmackstests schnitten alte Liebhabersorten meist schlechter als die derzeit modernen Sorten ab. Oft wird dies psychologisch bedingt sein, da einige Liebhabersorten ein „ungewohntes“ Aussehen haben, also andersfarbig sind oder ungewöhnliche Formen aufweisen.

Tomaten müssen nicht nur rund und rot sein:

  • Es gibt Sorten von Erbsengröße bis kilogrammschwer, in Birnen-, Flaschen, Eier-, Kugel-, Herz- oder Zylinderform.
  • Das Farbspektrum reicht von Cremefarben, Hellgelb, Zitronengelb, Orangerot, Scharlachrot, Braunrot, Rosa und Violett bis im Reifezustand Grün und streifig Grün.
  • Die Form kann glatt, gefurcht, ge­rippt oder auch innen hohl sein.

Sortenvielfalt TomateFoto: Lindner Einen Durchmesser von bis zu 20 cm können die Früchte der Ananastomate erreichen Tomatenraritäten
Neben bekannten und neuen Sorten für den Erwerbsgemüsebau wur­den im Gartenbauzentrum Köln-Au­weiler auch Tomatenraritäten geprüft. Es handelte sich dabei häufig um Sorten mit au­ßer­ge­wöhn­li­chem Aussehen, wie rot-gelb gestreifte, grün gestreifte, dunkelbrau­ne, wei­ße oder anders geformte Sor­ten. Viele dieser Sorten stammten von der französischen Biosaatgutfirma La Ferme de Sainte Marthe, sind aber auch anderweitig erhältlich.

Als besonders würzig schme­ckend stellte sich die auch im Reifezustand gelb-grüne Sorte mit dunkelgrünen Streifen ‚Green Zebra’ heraus. Aufgrund ihres außergewöhnlichen Aussehens stieß sie allerdings bei vielen Verbrauchern zuerst auf Ablehnung. Der Ertrag war sehr gering. Der Reifegrad bei grünen Sorten wird am besten durch Prüfen der Fruchtfestigkeit festgestellt.

Grüne TomatenFoto: Lindner Die dunkelgrünen Streifen sind das „Markenzeichen” der gelb-grünen Sorte ‘Green Zebra’ Die cremefarbene Sorte ‚Blanche’ enttäuschte etwas durch faden, mehligen Geschmack, ebenfalls die riesenfrüchtige ‚Ananas’. Dafür bestach hier die Optik: Früchte bis 20 cm Durchmesser von gelb-rotem Aussehen.

Die als wohlschmeckend bekann­te, leicht dunkelrosa-violettfarbene alte Sorte ‚Berner Rose’ zeigte sich anfällig gegen Blütenendfäule. Besser und würzig im Geschmack dagegen waren die ‚Dunkelviolette Fleischtomate’ und auch ‚Black Russia’. Insgesamt ist bekannt, dass die violettfarbenen bis braunen Tomaten sehr wohlschmeckend sind, häufig stoßen sie aber aufgrund ihrer dunklen Farbe auf Ablehnung. Pauschal kann man sagen, je dunkler eine Tomate, umso intensiver der Geschmack.

Gelbe RiesenfleischtomateFoto: Lindner Trotz ihrer Größe sehr wohlschmeckend: die ‘Gelbe Riesenfleischtomate’ Außergewöhnlich anzusehen ist die ‚Pfirsichtomate’, bei der die Pflanzen und die hellroten bis leicht rosafarbenen Früchte mit einem leichten „Pelz“ wie bei Pfirsichen überzogen sind. Schon seit mehre­ren Jahren im Hausgarten bewährt hat sich eine sehr kleinfrüchtige ‚Wildtomate’. Sie ist sehr robust ge­genüber Pilzkrankheiten und sehr wohlschmeckend. Leider platzen die Früchte schnell auf. Man kann sie wild wachsen lassen, muss sie also weder anbinden noch ausgeizen. Es ist allerdings etwas mühsam, die kleinen Früchte zu pflü­cken, die nicht sehr haltbar sind. Sie bereichern aber in Optik und Geschmack jede Mahlzeit! Zu beziehen ist diese Sorte bei der Firma Dreschflegel.


Orange TrossFoto: Lindner Bringt Geschmack und Farbe in den Salat: ‘Bolzano’ Große Formenvielfalt: eier- oder birnenförmig
Eier- oder Roma-Tomaten, das sind längliche bis ovale Tomaten, haben einen höheren Trockensubstanzgehalt und sind mehliger als normale, runde Tomaten. Als Frisch­ware schnitten sie in Geschmackstests nicht gut ab. Sie sind zur Verarbeitung gedacht (Ketschup-Tomaten). Zudem sind sie empfindlich gegen Blütenendfäule, eine physiologische Erscheinung, die durch Kalziummangel hervorgerufen wird und bei der die Früchte an der Blütenansatzstelle braun bis schwarz werden. In diese Gruppe gehört übrigens die als „Baumtomate“ bekannt gewordene Sorte ‚De Berao’, die äußerst wüchsig und relativ wi­der­stands­fähig gegen Krankheiten ist.


gestreifte TomateFoto: Lindner Wie sollte dieses gestreifte Sorte auch anders heißen als ‘Tigerella’? Da das subjektive Empfinden indi­viduell verschieden ist, kann trotz allgemein schlechterer Bewertung der alten gegenüber den neueren Sorten ex­pe­ri­men­tier­freu­di­gen Gärt­nern ein Ausprobieren dieser Raritäten empfohlen werden. Ein sehr breites Sortiment mit interessanten Sorten, wie beispielsweise der gelb-grün gestreiften ‚Tigerella’ oder der wohl­schme­cken­den ‚Gelben Riesenfleischtomate’, die kaum mehlig wird, ist selten im Handel zu finden, wobei ‚Tigerella’ inzwischen auch bei Kiepenkerl zu haben ist. Oftmals sind es kleine Firmen oder Privatleute, die Raritäten anbieten.

Von den „modernen Sorten“ schnit­ten in den letzten Jahren bei Verkos­tungen mit Verbrauchern die Sorten ‚Aranka’ und ‚Campari’ immer am besten ab. Sie werden im Handel unter den Warenzeichen „Rote Perle“ und „Tasty Tom“ zu höheren Preisen als andere Sorten angeboten, was berechtigt ist, da sie etwa ein Drittel weniger Saatgut liefern. Das Saatgut ist den Profigärtnern vorbehalten.


Cherry TomateFoto: Lindner ‘Goldita’ heißt diese Cherry-Tomate Sehr gut im Geschmack wurde auch immer wieder ‚Picolino‘ bewertet.
‚Picolino‘ ist als Saatgut im Handel von der Firma Kiepenkerl er­hältlich oder auch als kleine Jungpflanze (unveredelt oder veredelt) sowie als pflanzfertige XXL-Pflanze im Gartencenter oder im Versandhandel zu bekommen und ist eine gute Alternative zu ‚Aranka’ und ‚Campari’. Die Firma bietet in­zwi­­schen auch andersfarbige, gut schme­­ckende Sorten mit wichtigen Resistenzen an wie ‚Goldita’ (kleine, gelbe Cherry-Tomate) und ‚Bol­zano’ (gelb-orange, normal große, runde Tomate).

Ulrike Lindner