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Pflanzen am Sitzplatz

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Sträucher: Das schmale Rückgrat des Gartens

Bepflanzete SchuheFoto: Heidemann Des Gärtners Schuhe liebevoll bepflanzt Oft genug werden Sträucher Busch an Busch ge­pflanzt. Bald bilden sie ein Dickicht, ein dichtes, mo­no­to­nes Gestrüpp, vor dem bequeme Hobbygärtner kapitulieren.

Was ist schiefgegangen? Zweifellos wurde jeder Strauch einmal wegen seines im Katalog gepriesenen Blütenreichtums gekauft. Andere Gartenfreunde investierten in so genannte Immergrüne und setzten dann auf kleinster Fläche oft wahllos alle Büsche nebeneinander. Dann ließ man sie unkontrolliert wachsen, bis in dem dichten „Gestrüpp" der typische Charakter eines jeden Strauches verloren ging, ein trostloser Schatten auf den Sitzplatz fiel und den freien Blick in den Garten versperrte.

Wer mit Ziersträuchern den Bereich am Sitzplatz gestalten möchte, sollte von vornherein den oft begrenzten Platz im Auge behalten. Sträucher am Sitzplatz sind das schmale Rückgrat des Gartens. Sie sind Leitpflanzen und Raumbildner, und sie prägen den Garten vom Frühjahr bis zum Herbst.

Oft reicht schon ein einziger markanter Strauch. Haben Sie beim Pflanzen von Sträuchern Mut zur Lücke; die Freiflächen lassen sich gut mit Kräutern, Stauden und Sommerblumen füllen.


Sträucher mit „Charakter" – eine kleine Auswahl

Die Scheinbuche (Nothofagus antarctica) ist für die Einzelstellung – auch vor einer Mauer – wie geschaffen. Auffallend ist die fischgrätenartige Verzweigung. Die grünen Blätter verströmen nach dem Austrieb einen angenehmen Duft. Die meist mehrstämmige Scheinbuche kann sich über die Jahrzehnte durchaus zu einem kleinen Baum entwickeln. Sie wächst langsam, und in den ersten zehn Jahren nach der Pflanzung kann der Hobbygärtner getrost auf Säge und Baumschere ver­zich­ten.

Zahlreiche blaulila Blüten zieren vom Spätsommer bis zum Herbst die Blauraute (Perovskia bro­ta­no­i­des), einen Kleinstrauch mit auffallend silbergraufarbenen Trieben und Blättern, die aromatisch duften. Dieser auffällige, dekorative Sommerblüher liebt trockenen, warmen Boden und die Sonne. Er ist frostempfindlich, treibt aber nach dem Frost wieder durch.

Aus dem Sortiment der immergrünen Gehölze sollen zwei Vertreter genannt werden, die über das Jahr den Bereich rund um den Sitzplatz prägen: die Säuleneibe und der Buchsbaum. Die Säu­len­ei­be (Taxus baccata ‚Fastigiata') wächst straff aufrecht wie eine Säule und ist für die Einzelstellung geradezu prädestiniert. Wichtig für Familien mit Kleinkindern ist, dass die leuchtend roten Früchte der weiblichen Pflanzen giftig sind.

Buchsbaum-SchnittformenFoto: Heidemann Buchsbaum-Schnittformen erleben ein Comeback Der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens) erlebt seit einigen Jahren ein Comeback. Der klein­blät­tri­ge Buchsbaum wird gern als niedrige He­cken­pflan­ze verwendet und lässt sich darüber hinaus in alle möglichen Formen schneiden. Kein Wunder also, dass Formschnitte bei Buchsbaum immer beliebter werden.

Besonders wenn sie paarweise gepflanzt werden, sind architektonische Formen reizvoll: Kugeln, Pyramiden und Spiralen können Durchgänge und Ecken betonen oder – in Reih und Glied gepflanzt – kleine „Alleen" bilden, die den Blick durch den Garten leiten.

Genießen Sie am Sitzplatz die Farbenwelt der Rosen (Rosa) von Weiß bis Dunkelviolett und ihren Blütenduft. Wegen ihres exklusiven Duftes wurden die Rosen einst als Kulturpflanzen in den Gar­ten geholt, dann jedoch oft nur noch nach den Kriterien Farbe und Wuchsform gezüchtet.

Erfreulicherweise haben die Rosenzüchter den Duft wieder entdeckt, allen voran der Engländer David Austin, der mit seinen „Englischen Rosen" viele duftende Sorten in die Gärten gebracht hat. Große, „propere" Rosenbeete mit vielen Blüten und wenig Duft – die Klassiker der 50er bis 70er Jahre – sind heute seltener anzutreffen. Heute teilen sich Edelrosen und kompakte Strauchrosen das Beet mit Stauden und Sommerblumen.

Duftrosen verlangen den „Grünen Daumen" des Hobbygärtners. Sie wollen gepflegt sein und erfordern manchmal Pflanzenschutzmaßnahmen, um sie vor Mehltau und anderen Krankheiten zu schützen.

Rosenkauf ist Vertrauenssache. Wer Duftrosen pflanzen möchte, sollte sich in einer Gar­ten­baum­schu­le fachkompetent beraten lassen. Hier eine kleine Sortenauswahl an Duft und Blüte:

Sorte
Gruppe
Farbe
‚Duftrausch' Edelrose lila
‚Duftwolke' Beetrose rot
‚Ilse Haberland' Strauchrose rosa
‚Paul Ricard' Edelrose bernsteinfarben
‚The McCartney Rose' Edelrose rosa
‚Wife of Bath' Strauchrose rosa

Mediterrane Inszenierung

Sitzplätze mit Süd- bis Südwestlage haben ein günstiges, wärmeres Kleinklima. Seitliche Lauben- oder Hauswände verstärken diesen Effekt, weil sie Wärme speichern, in den Abendstunden wieder abgeben und Wind abhalten. An diesem geschützten Platz kann auch mal mit bedingt winterharten Pflanzen aus dem Mittelmeerraum experimentiert werden. Hier eine Auswahl an aromatischen und farbenfrohen Blatt- und Blütenpflanzen für den sonnigen Sitzplatz. Es sind Pflanzen, die leichten Frost problemlos überstehen.

Kleinkunst im GartenFoto: Heidemann Der Sitzplatz als Ort der Verwirklichung - Kleinkunst gehört dazu Thymian mit seinen zahlreichen Arten und Sorten eignet sich vorzüglich zur Begrünung von trockenen Böschungen und Steinmauern. Probieren Sie es ein­mal mit Zitronenthymian (Thymus citriodorus).

Lavendel (Lavandula angustifolia), Rosmarin (Ros­ma­ri­nus officinalis) und Majoran (Origanum vulgare) sind ausgezeichnete Rosennachbarn, da sie Läuse fern­hal­ten. Aber auch im Kübel machen sie sich sehr gut.

Currykraut (Helichrysum italicum) ist ein eleganter, weißgrauer Partner im bunten Blumengarten. Auf­fäl­lig sind die schmalen, silberweißen Blätter und Trie­be, die – leicht zerrieben – den typischen Curryduft verbreiten.

Salbei mit seinen vielfältigen Arten und Sorten ist ein „Muss" für den farbenfrohen Südgarten. Der robuste Sommersalbei (Salvia nemorosa) ziert mit seinen blauviolettfarbenen Blütenkerzen den Garten von Mai bis September. Wichtig: Nach dem ersten Blütenflor die abgeblühten Blütenähren abschneiden, damit sich neue Blüten bilden.

Der Gartensalbei (Salvia officinalis) zeichnet sich besonders durch seine oft bunten und aro­ma­ti­schen Blätter aus. Empfehlenswerte Sorten sind

  • ‚Aurea': weiße bis gelbliche Blätter,
  • ‚Tricolor': weiße, grüne und purpurrote Blätter,
  • ‚Purpurescens': purpurrote Blätter,
  • ‚Berggarten': große grüne, samtig behaarte Blätter.

Weniger ist mehr

Der Sitzplatz an der Gartenlaube oder auf der Terrasse ist das Bindeglied zwischen „drinnen" und „draußen", ein Ort der Muße, von dem aus der Garten erblickt und erlebt werden kann. Er sollte der grüne Mittelpunkt, der schönste Teil des Gartens sein, wo Sie mit ihren Lieblingspflanzen ins­ze­nie­ren und gestalten.

Blütenfarben und Düfte sowie Besonderheiten in der Gestalt der Pflanzen sind wichtige Aus­wahl­kri­te­rien. Stauden und Sommerblumen im Verbund mit Kräutern schaffen Atmosphäre, sie prägen ihren Garten rund um den Sitzplatz, während Bäume und Sträucher sein schmales Rückgrat bilden. Und denken Sie daran, für Bäume und Sträucher gilt: Weniger ist mehr.

Atmosphäre am Sitzplatz im GartenFoto: Heidemann Am Sitzplatz Atmosphäre schaffen mit "beweglichen" Pflanzen .. Topf, Korb, KübelFoto: Heidemann ... in Töpfen, Körben oder Kübeln
 

 

Werner Heidemann