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Auch Schadpilze brauchen Schutz

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  • Schutz
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  • Phytoparasitische Kleinpilze
  • Pflanzengewebe

Echte MehltaupilzeFoto: Erik/Adobe Stock

Dass es Rote Listen gefährdeter Tiere oder Pflanzen gibt, ist vielen Gartenfreunden bekannt. Neu ist die Rote Liste der phytoparasitischen Kleinpilze, die auf oder innerhalb von lebendem Pflanzengewebe wachsen. Deutschland hat weltweit als erstes Land eine solche Liste erstellt. Sie enthält alle im Land nachgewiesenen Arten der Brandpilze, Rostpilze, Echten Mehltaupilze sowie Falsche Mehltaue und Roste.

Demnach sieht die Lage der phytoparasitischen Kleinpilze alles andere als rosig aus: 10,5 % der Arten sind bereits ausgestorben oder verschollen und mehr als ein Drittel gilt als bestandsgefährdet. Da die Kleinpilze auf bestimmte Wirtspflanzen angewiesen sind, können sie nur gemeinsam mit diesen überleben. Etwa durch intensive Landwirtschaft und die Versiegelung von Flächen gehen aber viele Lebensräume verloren.

Doch warum brauchen Pilze, die Pflanzen schädigen, überhaupt Schutz? Auch sie sind wissenschaftlich betrachtet Teil der biologischen Vielfalt und wichtige Elemente von Ökosystemen. So ernährt sich z.B. der 22-Punkt-Marienkäfer (Foto) ausschließlich vegetarisch von Echten Mehltaupilzen.

grr