• Pflanzenporträts

Hortensien für Ihren Garten

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Hortensien
  • Ballhortensien
  • Schneeballhortensie
  • Rispenhortensien
  • Tellerhortensien

Endless Summer HortensienFoto: www.hortensie-endless-summer.de Endless Summer Hortensien

Bereits in meiner Kindheit machte ich Bekanntschaft mit Hortensien. Meine Mutter hatte einige Exemplare in ihrem Garten. Ihre Blütenpracht war unübersehbar. Ein Exemplar der Schneeballhortensie hat mein Herz besonders begeistert: Als Kind fand ich den Gedanken an Schneebälle im Sommer natürlich genial.

Leider kamen die Hortensien im Laufe der Zeit etwas aus der Mode, dabei sind sie gar nicht so anspruchsvoll. Seit einigen Jahren sieht man sie wieder häufiger in den Gärten, so auch in meinem. Be­sonders Bauern- und Rispenhortensien sind verbreitet und beliebt. Etwas seltener sind Eichenblatt-, Kletter-, Samt- und Schneeballhortensie zu finden.

Hortensien HydrangeaFoto: mauritius images/Gardeningpix/Alamy

Der botanische Name Hydrangea stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Wasserschlürfer“ – ein Hinweis auf den hohen Wasserbedarf vieler Hortensien. Weltweit gibt es ca. 70 Arten, sie stammen aus Ostasien und Nordamerika sowie Chile. Unter ihnen sind Halbsträucher, Sträucher, kleine Bäume und Kletterpflanzen zu finden, alle verholzen. Klein bleibende Sorten eignen sich auch zur dauerhaften Haltung im Kübel.

Der Blütenstand von Hortensien setzt sich aus kleinen fruchtbaren (fertilen) Blüten und großen sterilen Schaublüten zusammen. Für Insekten sind nur die fertilen Blüten interessant, da sie hier viel Pollen und Nektar finden.

Blütenstände aus fertilen Blüten und SchaublütenFoto: mauritius images/Garden World Images/GWI/Rita Coates Blütenstände aus fertilen Blüten und Schaublüten

Prächtige Bauernhortensien 

BallhortensienFoto: mauritius images/Garden World Images/GWI/Steffen Hauser Ballhortensien Wegen ihrer Herkunft ist die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) auch unter dem Namen Japan­­hortensie bekannt und bietet eine große Auswahl an Sorten. Mit verschiedenen Farben von Weiß über Blassrosa und Pink, Zartlila bis in die Blautöne hinein warten diese Sorten auf, nicht selten auch mehrfarbig.

Die von Juni bis September erscheinenden Blüten bilden meist eine kugelige oder flachrunde Form und werden daher auch als Ballhortensien bezeichnet. Empfehlenswerte Sorten sind z.B. ‘Bela’, ‘Bouquet Rose’ oder ‘Masja’. Allerdings gibt es auch Bauernhortensien mit flachen Blütenschirmen wie ‘Mariesii Perfecta’, ‘Blaumeise’ oder ‘Kardinal’, die sog. Tellerhortensien.

Die prachtvollen Blütenstände der Bau­ernhortensien bestehen überwiegend aus sterilen Schaublüten. Dazwischen sitzt ein kleiner Anteil fertiler Blüten, die von Insekten angeflogen werden.

 

Tellerhortensie ‘Mariesii Perfecta’Foto: mauritius images/Holmes Garden Photos/Alamy Tellerhortensie ‘Mariesii Perfecta’ Der Austrieb der großen, eiförmigen Blätter beginnt bereits im zeitigen Frühjahr. Bei Frost können die jungen Triebe zurückfrieren, daher sollte man sie vor Spätfrösten schützen. Ich habe dies nicht immer beherzigt und konnte mich dann leider an weniger Blüten erfreuen. Getopfte Pflanzen sollten Sie mit Vlies und Kokosmatten vor dem Durchfrieren schüt­zen und an einem windgeschützten, schattigen Platz dicht an einer Haus­mauer überwintern.

Halbschatten ist ideal

Die Bauernhortensie benötigt viel Wasser und gedeiht am besten an halbschattigen Plätzen. Da sie bis zu 2 m Höhe und Breite erreichen kann, sollten Sie genügend Platz einplanen. Achten Sie auch darauf, dass sie nicht am unteren Ende eines Hanges steht, da sich dort Wasser stauen könnte, denn nasse Füße mag sie ebenso wenig wie Dürre. Normaler Gartenboden, der durchlässig und humos ist und leicht sauer (pH-Wert 5–6), sollte dem neuen Gartenbewohner genügen.

Verwenden Sie zum Gießen am besten gesammeltes Regenwasser aus der Tonne, denn zu hartes (kalkhaltiges) Wasser neutralisiert den sauren Boden, was der Bauernhortensie nicht gefällt. Düngen Sie einmal jährlich im Frühjahr mit speziellem Hortensien- oder Rhododendron­dünger. Wenn Sie organisch düngen möchten, können Sie z.B. auch Rinderdung- oder Schafwoll-Pellets verwenden.

BauernhortensieFoto: photocrew/Adobe Stock

Bei Bauernhortensien genügt es, im Frühjahr erfrorene oder abgestorbene Triebe zu entfernen und die alten Blüten­stände direkt über dem obersten Knospenpaar abzuschneiden. Da die Blütenknospen bereits im Sommer des Vorjahres angelegt werden, würden Sie mit einem Rückschnitt der Triebe den Blütenansatz entfernen.

Leider ist es aber so, dass in rauen La­gen und nach strengen Wintern manche Bauernhortensien gar nicht blühen, da die Blütenknospen durch Frost zerstört wurden. Hier kommen die neuen Sor-
ten­gruppen wie Endless Summer® (z.B. ‘The Original’, ‘The Bride’, ‘Summer Love’, ‘Bloom Star’) oder Forever & Ever® ins Spiel. Diese reichblütigen neueren Züchtungen blühen sowohl an den alten als auch an den jungen, diesjährigen Trieben. Daher können Sie diese Sorten im Frühjahr problemlos zurückschneiden und auf diese Weise kompakt halten – und auch ein harter Winter führt nicht zum Blütenausfall.

Machen Sie doch mal blau!

Wer schon einmal eine schöne blau blühende Bauernhortensie hatte, der hat ver­mutlich, wie ich, die Erfahrung gemacht, dass sie plötzlich nur noch rosa Blüten ausbildete. Das liegt dann daran, dass die Pflanze nicht genügend Aluminium-Ionen aufnehmen konnte. Für blau­e Blüten ist ein saurer Boden (pH-Wert 4–4,5) Voraussetzung. Zusätzlich sollten Sie während der Blütenbildung mit 3 g/l Ammoniak-Alaun oder Aluminium-Sul­fat gießen. Im Fachhandel gibt es spe­ziel­le Hortensiendünger, die bereits das Aluminium-Sulfat enthalten.

RispenhortensieFoto: mauritius images/Nadya So/Alamy Rispenhortensie ‘Vanille Fraise’

Robuste Rispenhortensien

Mit Rispenhortensien (Hydrangea pani­cu­lata) können Sie vom Sommer bis zum Herbst für üppige Blütenpracht sorgen. Die Pflanze bildet kegelförmige Blütenrispen, die sich ebenfalls aus großen sterilen Schaublüten und kleinen fertilen Blüten zusammensetzen. Zu Beginn sind die Blüten meist grünweißlich, dann reinweiß oder creme, und zum Ende färben sie sich rosa bis rosarot, sodass ein interessantes Farbenspiel entsteht.

Im Vergleich zu Bauernhortensien wei­­sen Rispenhortensien deutlich mehr fruchtbare Blüten auf. Besonders die Sor­­ten mit lockeren Blütenständen wie ‘Kyu­shu’ oder ‘Wim’s Red’ werden von Hummeln, Bienen und anderen Insekten als lange blühende Nahrungspflanzen geschätzt. Doch auch an Sorten mit dichten Blütenständen wie ‘Limelight’, ‘Candlelight’, ‘Magical Flame’ oder ‘Vanil­le Frai­se’ finden sich zur Blütezeit viele Insekten ein. Die ausgeblühten Rispen schmücken den Garten auch im Winter.

Rispenhortensie ‘Limelight’Foto: mauritius images/Molly Shannon Photography/Alamy Rispenhortensie ‘Limelight’

Blütenfülle ohne Allüren 

Kürzen von RispenhortensienFoto: Flora Press/Tomek Ciesielski Kürzen Sie bei Rispenhortensien im Spätwinter alle Triebe um ein Drittel bis um die Hälfte ein. Die Rispenhortensie ist kalktoleranter als die Bauernhortensie und kommt mit jedem normalen Gartenboden zurecht. Sie verträgt volle Sonne, benötigt weniger Wasser und ist ausgesprochen frosthart. Ein windgeschützter Standort beugt Windbruch an den Trieben vor.

Der aufrechte Strauch wird je nach Sorte 1,5–3,5 m hoch und 1–3 m breit. Im Jahr wächst die Hortensie um 25 cm und mehr. Rispenhortensien sind anfällig gegen Wurzeldruck und sollten daher nicht zu nah an größere Bäume gepflanzt werden.

Der Rückschnitt der Rispenhortensie ist einfach, da die Blüten an den jungen (diesjährigen) Trieben entstehen. Daher können Sie den Strauch jährlich Ende Februar, Anfang März um etwa ein Drittel bis um die Hälfte zurückschneiden. Ein starker Rückschnitt fördert die Bildung kräftiger Neutriebe mit großen Blütenrispen.

Düngen Sie Ihre Rispenhortensie am besten direkt nach dem Rückschnitt mit Kompost oder einem organischen Dünger. Dabei sollten Sie eher vorsichtig dosieren und auch die vorhandenen Nährstoffe im Boden berücksichtigen, da die Pflanze sonst lange, weiche Triebe bildet. Bei entsprechenden Wetterkonstellationen neigen die Blütenstände stark gedüngter Pflanzen zum Abbrechen.

Weitere Arten

EichenblatthortensieFoto: mauritius images/Garden World Images/GWI/Gilles Delacroix Eichenblatthortensie

Eichenblatthortensie
(Hydrangea quercifolia)
Dekoratives Blatt, rote Herbstfärbung, Blüten weiß bis pink, Juni bis August, 1–2 m hoch und breit, sonnig bis halbschattig

Kletterhortensie
(Hydrangea petiolaris)
Weiße, duftende Blüten im Juni/Juli, bis 12 m hoch und 4 m breit, ohne Kletterhilfe dichter Strauch von 1,5–2 m Höhe, sonnig bis voll­schattig

SchneeballhortensieFoto: photocall/Adobe Stock Schneeballhortensie

 

Samthortensie
(Hydrangea aspera ssp. sargentiana)
Großes, samtiges Laub, zweifarbige, flache Blü­tendolden, innen violett, außen weiß, 2–3 m hoch und breit, halbschattig, wind­geschützt

Schneeballhortensie
(Hydrangea arborescens)
Riesige schneeweiße Blütenbälle, Juni bis Sep­tember, 1,5–2,5 m hoch, 2–3 m breit, sonnig bis schattig, windgeschützt, feuchter Boden

 

 

Robert Kröger
Vorsitzender des Landesverbandes 
der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern