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Der Bau eines Nistkastens

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Baumschonden angebrachtFoto: Kalcher Der Nistkasten wird baumschonend mit Drahtschlingen befestigt Wenn wir uns an den far­ben­präch­ti­gen und formenreichen Pflanzen in unserem Garten erfreuen, dann denken wir meist nicht daran, dass hier auch die Tierwelt heimisch geworden ist. In ers­ter Linie sind dies die Vögel, sie erfreuen uns einerseits mit ihrem Gesang und vertilgen andererseits noch Unmengen von Schädlingen.


Einen artgerechten Brutplatz schaffen

Und wer im Frühling oder im Früh­som­mer einmal das emsige Treiben eines Vogelpaares bei der Aufzucht ihrer Jungen hat beobachten können, der ist sicherlich auch gern bereit, einige Mühen auf sich zu neh­men, um diesen gefiederten Gesellen einen artgerechten Brutplatz zu schaffen.
An den Bau des hier beschriebenen Nistkastens können sich auch handwerklich Untalentierte wagen. Der Geldbeutel wird hier übri­gens kaum strapaziert.


Wo und wie aufhängen?

Ein alter Baum mit einem dicken Stamm eignet sich am besten zum Anbringen eines Nistkastens, aber auch Jungbäume kommen durchaus in Betracht. Nistkästen werden nur in äußerst seltenen Fällen an Bäumen angenagelt und dann auch nur mit Zinknägeln, sie schaden dem Baum am wenigsten. Das Befestigen mit einer um einen Ast und den Stamm geschlungenen Drahtschlinge hat sich als zweckmäßiger erwiesen.

Aber auch in der Nähe der Laube – am Rand der Terrasse zum Beispiel – lassen sich Nistkästen ohne weiteres anbringen, die Vögel werden hier sogar recht zutraulich. Allerdings sollte man sie bei ihrem emsigen Treiben ungestört lassen und sich nur aufs Beobachten beschränken.

Aber egal wo auch immer Sie den Nistkasten aufhängen, zwei Dinge sind besonders wichtig: Der Stand­ort und die Höhe müssen so gewählt sein, dass der Nistkasten für Katzen unerreichbar ist, denn auch noch so zahme Hauskatzen gehen im Garten gern auf die Jagd.

Vögel bevorzugen je nach Art eine spezielle Nistgelegenheit. Aufgrund seiner Größe und dem etwa 3 cm messenden Einflugsloch kann der hier gezeigte Nistkasten durchaus als Meisenkasten be­zeich­net werden. Aber außer von Meisen wird diese Brutstätte auch vom Trauer­flie­gen­schnäp­per, Gartenrotschwanz, Kleiber und Sperling angenommen.


Sägeraues Holz bearbeiten!

Foto: Kalcher Die Vorderwand wird nur mit einer Schraube am Boden befestigt, zwei oben sitzende Dübel sorgen dafür, dass die Wand nicht nach innen kippt Die Bretter können Sie sich gleich im Bau­markt oder beim Schreiner passend zuschneiden lassen. Sägeraues Holz muss unbedingt bearbeitet werden. Entweder Sie schleifen es, oder – und dies ist zweifellos die bessere Lösung – Sie bearbeiten es mit einem Elektrohobel, der mit einem Rustikalmesser bestückt sein sollte. Die entstehenden Rillen lassen den Nistkasten nicht nur gefälliger erscheinen, sondern auch das Regenwasser besser ablaufen.

Zuerst wird mit einem Forstnerbohrer* das Einflugloch in die Vorderwand gebohrt. Als nächstes werden in die Innenseiten der Seitenwände Sacklöcher, also nicht durch­ge­hen­de Bohrungen, für die Holz­dübel gebohrt.

Die Vorderwand schließt bündig mit den vorderen Kanten der Seitenwände ab. Die Dübel sitzen genau hinter der Vorderwand und sorgen dafür, dass die Vorderwand nicht nach innen kippen kann. (*Bohrer zum Bohren von Löchern mit größerem Durchmesser, zum Beispiel für Topfscharniere oder zum Ausbohren von Astlöchern. Der Forstnerbohrer wird vor allem zum Boh­ren in Vollholz verwendet.)

Die Seitenwände werden mit wasserfestem Leim an den Boden geleimt und zusätzlich verschraubt. Die Seitenwände müssen hinten bündig mit dem Boden abschlie­ßen. Nun wird die Rückwand angeleimt und verschraubt.

Als nächstes wird das Dach montiert und die Aufhängeleiste an die Rückwand geschraubt. Die Vorderwand wird nur mit einer Schraube am Boden befestigt, denn sie muss sich zum Säubern des Kastens leicht entfernen lassen.

Ein Anstrich empfiehlt sich durchaus. Am besten verwenden Sie umweltfreundliche Acrylfarbe, da hiermit auch dem noch so Ungeübten der Anstrich auf Anhieb gelingt.

Herbert K. Kalcher

 

Jetzt ist die richtige Zeit für den Bau eines Nistkastens Bauanleitung für einen Nistkasten (Angaben in mm)
Materialliste
  • Fichten- oder Kiefernholz, 20 mm dick
  • 2 Hartholzdübel, 6 mm Ø
  • 15 Holzschrauben, 4,5 x 30 mm
  • wasserfester Holzleim
  • 2 Drahtstücke zum Aufhängen des Nistkastens
Stückliste
  • 2 Seitenwände, 150 x 270 mm
  • 1 Rückwand, 270 x 170 mm
  • 1 Boden, 130 x 130 mm
  • 1 Dach, 190 x 240 mm
  • 1 Vorderwand, 130 x 240 mm
  • 1 Latte (z.B. Dachlatte), 600 x 50 x 30 mm