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Pflaumenwickler

PflaumenwicklerFoto: Hoyer Hier hat der Pflaumenwickler sein Unwesen getrieben An Pflaume, Zwetsche und Mirabel­le kommt es fast jedes Jahr zu einem Befall mit dem Pflaumenwickler. Der Kleinschmetterling bildet pro Jahr zwei Gene­ra­tio­nen, d.h. die schädigenden Larven treten im Laufe des Sommers zweimal auf.

Die Falter der ersten Generation schlüpfen im Mai. Sie legen ihre Eier an die jungen Früchte, in denen sich die Larven entwickeln. Befallene Früchte ver­fär­ben sich bläulich und fallen vom Baum.

Sie weisen das typische Bohrloch auf, durch das die Raupe die Frucht verlässt, um sich in der obersten Bo­den­schicht oder am Stamm der Pflaumenbäume zu verpuppen. Dieser erste Befall wird meist nicht bemerkt, da im Juni sowieso ein natürlicher Fruchtfall bei den Obstbäumen erfolgt.

Deutlich auffälliger ist dagegen der Befall im August und September. Befallene Früchte werden frühzeitig reif. Die Raupen zerfressen die Frucht von innen, sodass um den Stein herum von Kotkrümeln angefüllte Fraßgänge entstehen. Nach Abschluss der Raupenentwicklung verlassen die Larven die Frucht. Sie suchen ein Versteck unter Borkenschuppen oder in der obersten Bo­den­schicht, wo sie sich zur Überwinterung einspinnen.

Zur Bekämpfung dieses wichtigen Schädlings an Pflaumen steht kein geeignetes Präparat für den Haus- und Kleingarten zur Verfügung. Der Fachhandel bietet seit vielen Jahren Pflau­men­ma­den­fallen an. Diese Pheromonfallen sollen zur Befallsminderung bzw. zur Bestimmung des geeigneten Spritztermins dienen.

Die Bestimmung des Bekämpfungstermins erübrigt sich allerdings angesichts fehlender Präpa­ra­te. Auf das Aufhängen der Pheromonfallen können Sie also gut und gerne verzichten, zumal die erwähnte Befallsminderung kaum zu messen sein dürfte.

Christoph Hoyer