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Thema: Ohrwürmer  (Gelesen 10,662 mal)

pleiner

  • Gast
Ohrwürmer
« am: 23. Juni 2000, 09:49:16 »
Mit der folgenden Frage hat sich Andrea Zeller an die Redaktion gewandt:
Ich habe eine Frage zu Ohrwürmern (Forficula auricularia). Auf meinem Balkon habe ich leider sehr viele Ohrwürmer, die mir meine ganzen Pflanzen, vor allem auch Kräuter wie Basilikum, annagen. Wie bekämpft man Ohrwürmer am besten? Ich weiß, eigentlich sind es Nützlinge, für mich bedeuten sie aber trotzdem ein Problem.

John

  • Gast
Re : Ohrwürmer
« Antwort #1 am: 06. August 2000, 13:07:36 »
Hallo Andrea, liebe Redaktion,

schon als Kinder kannten und fürchteten wir die grausligen Ohrenschlitzer, die bösartigen Ohrenkneifer oder wie immer diese wirklich vollkommen harmlosen Insekten in den verschiedenen Gegenden auch immer genannt wurden.

Angst (bis hin zur Phobie) vor dem Ohrwurm begleitete bei manchem die Kindheit. Dabei ist er, der Ohrwurm, ein scheues Kerbtier ohne Mut und Angriffslust, der sich tagsüber in irgendwelche Schlupfwinkel zurückzieht. Die nächtlichen Aktivitäten und sein Bedürfnis, sich in engste Schlitze hineinzuzwängen, haben ihm wohl seinen schlechten Ruf eingebracht. Deshalb immer wieder die Frage: Sind Ohrwürmer nun nützlich oder schädlich?

Die einen locken Ohrwürmer zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen an oder kaufen sie sogar! Vielleicht solltest Du Deine Tierchen angesichts der zur Zeit aktiven Läuseplage anbieten. Die anderen "killen" sie dort, wo immer sie ein Tierchen erwischen. Die "Nochängstlicheren" halten sich wegen der furchterregenden Hinterleibszangen der Ohrwürmer zurück.

Was ist nun richtig? Oder "Was kann ich gegen die "Plage" tun?

Ohrwürmer sind samt ihren Larven große Räuber, die sich im Garten durch Vertilgen von kleinen Räupchen und vor allem von Blattläusen sehr nützlich machen. Wenn die Beute zur Neige geht, wechseln Ohrwürmer jedoch ihren "Geschack" und befressen plötzlich reifende Früchte oder zerschleißen das Grün von allen möglichen Gemüsen oder fallen über die Blüten von Rosen, Nelken oder Dahlien her. Da Ohrwürmer immer in großer Zahl auftreten (wie Du ja richtig gezählt hast), werden sie mitunter über Nacht vom Nützling zum argen Schädiger!

Aufgepaßt: Du kannst Ohrwürmer leicht fangen, indem Du ihre Vorliebe für Verstecke ausnützt und künstliche Schlupfwinkel anbietest.

Die Idee mit Deinem Ohrwurm-Bungalow ist gut. Es simmt, die Tierchen mögen mit Holzwolle oder Moos gefüllte Blumentöpfe, die umgekehrt auf den Boden gestellt werden. Bestimmt ist Dir auch die sogenannte Baumhausvariante bekannt. Man bindet Blumentöpfe kopfüber an Astgabeln. Die nachts herumstreifenden kletternden Ohrwürmer nehmen die angebotenen Unterschlüpfe bei Tagesbeginn gern an und können tagsüber in größeren Mengen (wie festgestellt) entfernt oder - wie bereits vorgeschlagen - verkauft werden.

Gesammelt in einem großen Plastikeimer kann man sich überlegen, ob man sie abtötet oder beim übernächsten Nachbarn aussetzt.

Eine chemische Bekämpfung von Ohrwürmern halte ich persönlich - auch in Deinem beschrieben Fall - nicht für sinnvoll. Der Fachhandel hat einiges im Angebot, die Natur aber auch. Als natürliche Feinde von Ohrwürmern gelten insektenfressende Vögel, Fledermäuse, Spitzmäuse sowie Frösche und Kröten. Deshalb sprechen auch sehr viele vom "Naturgarten". Wenn die Natur versagt, hilft auch keine Chemie. O.K. -  Chemie kann helfen - doch das Problem ist nicht gelöst. Wo waren beispielsweise die Vögel? Wo die entsprechenden Gehölze dafür? Hatte der Igel eine Chance zum Leben im Garten? Gibt es einen Teich für Frösche und andere Ohrwurmfresser? Gibt es Nachbarn, die dieses alles akzeptieren? Und, und, und - jetzt bin ich voller Ohrwürmer, daß mir noch Folgendes aufgefallen ist:

Es soll einen besonderen Menschenschlag geben, der es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, besonders hartnäckige Ohrwürmer (allerdings nicht aus dem Garten) an ihre Mitmenschen weiterzugeben.

Warum?

Eine Theorie ist die der Rache. Eine Person will sich ursprünglich am "Ohrwurm" selber rächen, da sie ihn nicht mehr loskriegt. Da Racheansätze dieser Art jedoch meistens vergeblich sind, richtet sich die Rache auf die, die keine Ohrwurmprobleme haben. Und was liegt da näher? Man will ja nicht alleine mit seinem Ohrwurm dastehen. Man "singt" ihn weiter - so unter dem Motto: "Liebe Deinen Nächsten und singe ihm einen Ohrwurm an."

In diesem Sinne und danke für Deine Ohrwurmfrage
Gruß John (www.flower-pr.de)

 

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