Was wird eigentlich aus den alten Stromzählern, nachden sie gewechselt wurden?

Begonnen von Naturfreund, 26. Januar 2014, 20:02:41

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Naturfreund

Hallo Gartenfreunde,

in meiner Kleingartenanlage sollen nach dem Willen des neuen Vorstandes im Sommer ca. 140 Stromzähler in den Gartenlauben ausgetauscht werden, weil bei den meisten nach über 18 Jahren die Eichfrist abgelaufen ist und die Zähler nach der langen Zeit wahrscheinlich alle nicht mehr richtig funktionieren. Der auf alle GF jährlich verteilte Schwund würde sonst immer größer werden. Ein neuer Zähler wird rund 32,- € pro Stück kosten inkl. 6,- € Montage. Die Montage erfolgt durch einen Gartenfreund, der auch Elektriker bei den Stadtwerken ist. Er bekommt im Rahmen der Pflichtstunden 10,- € pro Stunde (er selber sagt, er schafft drei Stück pro Stunde, das wären dann rechnerisch 3,33 € pro Stück plus Material).

Der Vorstand meint, daß die alten Strom-Zähler, die seiner Aussage nach dem Verein und nicht den Pächtern gehören, keinen Wert mehr hätten und verschrottet werden müssten, weil die beweglichen Teile mit der Zeit korrodieren und eine Wiederaufbereitung nicht wirtschaftlich möglich wäre. Stimmt das?

Könnte man die ausgetauschten Zähler denn nicht kostengünstig wieder aufbereiten und nacheichen lassen, damit sie dann beim nächsten Mal wieder genommen werden können? Falls ja, was würde das Aufbereiten und Nacheichen ungefähr kosten? Falls es stimmt und die Zähler müssen verschrottet werden: ist heutzutage Schrott nicht auch was wert?

Es sollen übrigens auch drei Zähler ausgetauscht werden, die erst vor drei, vier bzw. fünf Jahren ersetzt wurden, weil sie tatsächlich defekt waren und nicht mehr gezählt haben. Als Begründung wurde angeführt, daß man sich dann nur ein Datum merken müsse, wann der nächste Austausch fällig ist. Meiner Meinung nach ist das nicht wirklich nötig.

Der Austausch soll dann regelmäßig alle acht Jahre erfolgen, meint einer der Vorstände. Bisher war immer nur von 16 Jahren die Rede, aber es habe eine Gesetzes-Änderung gegeben. Stimmt das?

Bei Wasserzählern würde übrigens eine Frist von 6 Jahren gelten, nach denen ausgetauscht werden müsse. Die sind dann nächstes Jahr dran. Kommen dann bestimmt nochmal 35,- € auf uns zu.

Wie wird der Austausch in Euren Gartenanlagen gehandhabt? Achtet Ihr bei Euch auch peinlich genau darauf, daß das Eichgesetz eingehalten wird, damit auch jeder das bezahlt, was er tatsächlich verbraucht?

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Antworten.

Vielen Dank und freundliche Grüße,

Naturfreund

Enzio

Hallo Naturfreund,

da nimmt der Vorstand den Strom- und Wasserverbrauch aber ganz genau. Falls es eine Gesetzesänderung gegeben hat, dann kann  sich diese auf den Hauptzähler beziehen. Denn das ist die Abrechnungsgrundlage für den Stromverbrauch mit dem Stromanbieter. Wie ihr das intern im Verein regelt, ist dann eure Angelegenheit. Es sei denn, es gibt regionale Vorgaben.

Vor dem Zählerwechsel, hätte es meiner Meinung nach bei der Größe der Investition von über 5.000,00€ (140x  38 Zähler inkl. Einbau = 5320,00€) einen Mitgliederbeschluss geben müssen.

Auch in unserem Verein stand mal die Überlegung an die Stromzähler zu wechseln. Haben aber letztendlich Abstand davon genommen.

Es ist zwar richtig, dass mit dem Alter der Zähler die Ungenauigkeit zunimmt, aber auch durch Zählerwechsel wird  der Stromschwund nicht ganz verhindert. Stromschund wird es immer geben. Zum einem kommt es zum Leitungsverlust durch Kriechwiederstand vom Hauptzähler zu den einzelnen Lauben. Hängt ab vom Durchmesser des Kupferdrahtes und der Entfernung. Dieses kann vom Elektriker ermittelt werden. Zum anderem verbrauchen die Stromzähler in der Betriebsbereitschaft auch Strom, welcher an den einzelnen Zähler nicht gezählt wird aber am Hauptzähler fällt insgesamt etwas an. 

Daher sind wir hingegangen und haben vorsorglich die Stromzähler in den Lauben verplombt. Zusätzlich prüfen wir einmal im Jahr zu Beginn der Gartensaison unser Strom- und Wassernetz auf Schwund. Im ersten Jahr wurde sogar eine undichte Stelle gefunden.

Viele Grüße
Enzio

Hardy

@ Naturfreund und Enzio,
- bei mir im e.V. bezahlen die Mitglieder den Zähler ihres Gartens und damit ist dieser, ihr Eigentum. Das machen wir als Mitgliederbeschluss in einer Versammlung, inkl. eines Kostenvoranschlages durch eine zugelassene Firma (Einbau usw.),
- alle Zähler werden petschiert durch ausgewählte Vereinsmitglieder und wenn das Siegel verletzt wird, muss das Mitglied dies schnellstens dem VS mitteilen. Natürlich nicht erst, wenn die Zählerstände bei uns im 4. Quartal kontrolliert werden.
Ansonsten schaut Euch mal diesen Link an, da wird man schlauer:
http://www.vddw.de/haeufig-gestellte-fragen

Hardy

Hardy

Ergänzung betreffs Eichung:
http://www.energieverbraucher.de/files_db/dl_mg_1104745329.pdf

Hardy

Naturfreund

@ Enzio + Hardy,

vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten und die Links. Danach hatte ich bisher vergeblich gesucht.

Nun, es wurde im erweiterten Vorstand, dessen Mitglied ich bin, schon eine kontroverse Diskussion über Sinn und Unsinn der geplanten Maßnahme geführt. Aber schließlich hat sich die Mehrheit der Auffassung von 1. + 2. Vorsitzenden angeschlossen. Ich stand mit meiner Meinung, soviel bringe das doch nicht und diese Ausgabe könnten wir uns sparen, ziemlich alleine da. Entscheiden wird aber letztendlich demnächst die MV, die ich natürlich vollumfassend informieren möchte.

Deshalb interessiert es mich besonders, ob die alten Zähler wieder aufbereitet (ggf. zu welchen Kosten?) und evtl. sogar zu Geld gemacht werden könnten?

Der LBME (http://www.energieverbraucher.de/files_db/dl_mg_1104745329.pdf) sagt ja zum Thema "Nacheichung von Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- oder Wärmezählern": "Gebrauchte Zähler, die einer sachgemäßen "Herrichtung" (Reinigung etc.) unterzogen wurden, können durch die Eichbehörden oder Staatlich anerkannte Prüfstellen nachgeeicht werden." Das heißt, es kommt auf den technischen Zustand an und nicht aufs Alter, oder?

Unsere beiden Vorsitzenden behaupten aber, die 140 Zähler seien zu alt, seien nicht mehr zu gebrauchen und müssten verschrottet werden, basta!

Wie wird das in anderen Gartenanlagen denn gehandhabt: Was macht Ihr mit Euren alten Zählern, nachdem sie ausgetauscht wurden? Das würde mich brennend interessieren!

Vielen Dank und Grüße,

Naturfreund

Hardy

Hallo Naturfreund,
wir haben das Problem Zählerwechsel in einer MV schon mal vor ein paar Jahren kontrovers diskutiert. Wir kamen aber letztlich zum Schluss, einheitlich - das war 2006 -  als wir in einer Großaktion das gesamte Leitungsnetz (Elt + Wasser) neu zu verlegen (ca. 700 m) angingen. Es hat sich inzwischen mehrheitlich die Auffassung gefestigt, keine Überholung/Regenerierung der Zähler durchzuführen. Damit ist gewährleistet, dass in allen Gartengrundstücken zum gleichen Zeitpunkt neue Zähler vorhanden sind.
Lasst Euch doch einen Kostenvoranschlag machen: neue Zähler gegen überholte Zähler. Stellt sich die Frage, wie wird dann in der Zwischenzeit der Verbrauch gemessen: ggf. Gesamtverbrauch zu den Einzelgärten? Ist aber auch nicht gerecht, weil der eine oder der andere unterschiedlichen Verbrauch hat.
Ich mache aber darauf aufmerksam, dass bei uns alle Gärten im Privatbesitz (mit Grundbucheintrag) des/der jeweiligen Mitglieder sind. Da ist u.U. eine andere Denkweise vorhanden.
Hardy

Hagen

Hallo Naturfreund
Ob ihr die Zähler austauscht oder nicht, bleibt der Schwund stehen und muss als Umlage umgelegt werden. Bei uns in der Anlage beträgt der Schwund ca. 17 kWh pro Zähler. Die Kosten betragen dafür betragen zur Zeit ca.4,60 € pro Jahr. Wir hatten überlegt mit den andrehen des Wassers auch den Hauptschalter der Anlage abzuschalten was zu einer Halbierung der Umlage geführt hätte. Dies wurde bei uns in einer Mitglieder abgelehnt. Ob ihr die Investition für die paar Cent Gerechtigkeit tätigen wollt müsst  ihr entscheiden.

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