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Ausgefallene Blattgemüse

Schmackhafte Blattmacher

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Blattgemüse
  • Salatchrysantheme
  • Blattmohn
  • Melokhiya
  • Gemüsemalve
  • Wasserspinat

WasserspinatFoto: Izf/Adobe Stock Wasserspinat

Wenn Sie an Blattgemüse denken, was fällt Ihnen da spontan ein? Sicherlich Spinat, und vielleicht auch noch Mangold und Pak Choi, dann wird’s aber schon schwieriger. Dabei gibt es rund um den Globus noch so viel mehr Blattgemüsearten zu entdecken. Aufgrund der eher kurzen Kulturzeit lassen sich die exotischen Blattgemüse auch in unseren Breiten problemlos kultivieren.


Schön und aromatisch

SalatchrysanthemeFoto: watkung/Adobe Stock Salatchrysantheme Die Salatchrysantheme (Chrysanthemum coronarium) ist ein beliebtes Würzkraut in der fernöstlichen Küche. Hier sind die kleinen Blütenknospen eine essenzielle Zutat für den chinesischen Chrysanthemen-Feuertopf und Chop-Suey. Zwischen Juni und September er­schei­nen die unzähligen, hellgelben Blüten, die der Pflanze auch einen hohen Zierwert verleihen.

Kultur: Die Anzucht erfolgt über Samen. Säen Sie diese entweder ab März auf der Fensterbank in Töpfchen aus oder ab Mai direkt ins Freiland. Die Keimtemperatur sollte zwischen 15 und 20 °C liegen. Ideal ist ein halbschattiger Standort ohne direkte Mittagssonne, da diese nur schlecht vertragen wird. Was den Boden betrifft, sind die Pflanzen dagegen völlig anspruchslos, solange er ausreichend feucht ist. Eine Düngung ist in der Regel nicht nötig.

Verwendung: Sie können sowohl die jungen Blätter wie auch die Knospen und Blüten verwenden, entweder roh in Salaten oder als Gemüse in Suppen, Eintöpfen oder asiatischen Gerichten. Geben Sie die Pflanzenteile am besten erst kurz vor dem Servieren hinzu, da sie sonst schnell ihre Struktur verlieren.


Vor der Blüte ein Genuss

Beim Blattmohn (Papaver rhoeas) handelt es sich eigentlich um den gewöhnlichen Klatschmohn, der besonders in Italien häufig als Gemüse gegessen wird. Die Blätter werden dafür im zeitigen Frühjahr gesammelt, solange sie noch klein und zart sind. Üblicherweise werden in Italien spezielle Sorten angebaut, die im Vergleich zur Wildart unbehaarte und zartere Blätter besitzen.

BlattmohnFoto: mauritius images/Manfred Ruckszio/Alamy Blattmohn Kultur: Säen Sie ab August in Reihen mit einem Abstand von 15 x 15 cm direkt ins Freiland oder den Frühbeetkasten. Letzteres ist besonders empfeh­lens­wert, da die Pflanzen darin sauberer bleiben. Bis auf gelegentliches Gießen bei Bedarf ist keine weitere Pflege nötig. Sobald der Austrieb beginnt (Februar/März), können Sie ernten. Wenn Sie das Herz der Pflanze stehen lassen, ist sogar eine mehrfache Ernte möglich.

Verwendung: In Italien werden die Blätter traditionell zunächst klein geschnitten und in Salz eingelegt für einen halben Tag stehen gelassen. Anschließend werden sie von Hand ausgedrückt und mit Olivenöl und Knoblauch als Füllung für Ravioli verwendet. Sie können allerdings auch ähnlich wie Spinat zubereitet oder als Suppeneinlage verwendet werden. 


Natürlicher Dickmacher

Bei Melokhiya (Corchorus olitorius, auch Melukhie oder Ägyptischer Spinat genannt) handelt es sich um ein Malvengewächs, das besonders in Ägypten und dem vorderen Orient gern als Gemüse verwendet wird. Die Blätter ähneln geschmacklich den hierzulande etwas bekannteren Okraschoten. Eine Besonderheit ist, dass der enthaltene Pflanzensaft in Gerichten auf natürliche Weise eine andickende Wirkung entfaltet.


MelokhiyaFoto: tamu/Adobe Stock Melokhiya


Kultur: Säen Sie entweder ab April in Töpfchen auf der Fensterbank oder ab Mitte Mai direkt im Freiland aus. Für eine zuverlässige Keimung ist eine Temperatur zwischen 22 und 25 °C nötig. Da die Pflanzen recht wüchsig sind, ist ein Pflanzabstand von 25 cm empfehlenswert. Der Standort sollte möglichst sonnig auf einem nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden sein. Bis auf die üblichen Wassergaben ist in der Regel keine weitere Pflege nötig.

Verwendung: Am besten ernten Sie die Blätter frisch nach Bedarf, wobei sie sich auch gut trocknen oder einfrieren lassen. Fein gehackt eignen sich die Blätter als Beigabe für Suppen und Eintöpfe. Typisch für die ägyptische Küche ist eine grüne Suppe, die nur aus den Blättern und wenigen anderen Gewürzen besteht und traditionell mit Brot gegessen wird.


Blätter so groß wie Hände

GemüsemalveFoto: Stefan.lefnaer/Wikimedia Gemüsemalve Die Gemüsemalve (Malva verticillata) bzw. deren Blätter sind besonders in China ein häufig genutztes Gemüse. Die Pflanzen können problemlos eine Höhe von 2 m erreichen und handtellergroße Blätter bilden. Zwi­schen Juni und September erscheinen zudem un­zäh­li­ge hellrosa Blüten, die mit 1 cm Durchmesser allerdings relativ klein ausfallen.

Kultur: Die Aussaat erfolgt im April direkt ins Freiland, entweder in Reihen mit einem Abstand von 30 cm oder breitwürfig. Der Standort sollte zwar sonnig, aber nicht zu heiß sein. An den Boden stellen die Pflanzen keine besonderen Ansprüche. Halten Sie ihn nur gleichmäßig feucht, da längere Trockenphasen die Blütenbildung beschleunigen und besonders die älteren Blätter dann zäh werden. Die Ernte kann beginnen, sobald die Pflanzen etwa 25 cm groß sind. Dabei können Sie die Pflanzen auch problemlos zurückschneiden, sie treiben zügig wieder aus. Eine Düngung ist auf normalen Böden in der Regel nicht nötig.

Verwendung: Junge Blätter können Sie roh im Salat verwenden und ältere Blätter wie Spinat zu­bereiten. Die Blütenknospen können ebenfalls gegessen werden und eignen sich z.B. als Salatbeigabe.


Nasse Füße erwünscht

Der Wasserspinat (Ipomoea aquatica) ist eine tropische Gemüsepflanze aus der Familie der Prunkwinden, was vor allem an den weiß-violetten Blüten erkennbar ist, die sich ab Juni zeigen. Besonders in Vietnam gehört er als Beilage zu vielen Gerichten. Wie der Name schon vermuten lässt, wachsen die Pflanzen gern in flachem Wasser. Daher empfiehlt sich ein Anbau in Töpfen mit Untersetzer.

Blattgemüse WasserspinatFoto: Caito/Adobe Stock Wasserspinat Kultur: Empfehlenswert ist eine Vorkultur ab Ende Februar/Anfang März auf der Fensterbank. Lassen Sie die Samen zur besseren Keimung über Nacht ein­wei­chen. Die Keimtemperatur beträgt 20–25 °C. Sobald die Pflänzchen pikierfähig sind, können sie in den späteren Topf umziehen. Nach den Eisheiligen erfolgt der Umzug ins Freie an einen möglichst sonnigen Platz. Halten Sie die Erde ständig feucht, es macht überhaupt nichts, wenn im Untersetzer auch mal Wasser steht. Die erste Ernte kann erfolgen, sobald die ersten drei Blattpaare erschienen sind. Lassen Sie das untere Blattpaar stehen, dann verzweigen sich die Pflanzen zügig und können fortlaufend beerntet werden.

Verwendung: Sie können die Triebspitzen entweder dämpfen, dünsten oder anbraten und Gemüsegerichten beimengen oder als Beilage verwenden. Die Blätter werden beim Garen weich, der Stiel bleibt jedoch knackig.

Gerrit Viets
Redaktion „Gartenfreund“, Verlag W. Wächter

 

Bezugsquellen

Deaflora
Tel. 03327/57 15 19
www.deaflora.de

Rühlemann’s Kräuter und Duftpflanzen
Tel. 04288/300 19 11
www.kraeuter-und-duftpflanzen.de

 

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