Kent & Stowe
  • Gartengenuss

Brotgetreide anbauen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Brotbacken
  • Getreide
  • Backen
  • Brotgetreide

Brotgetreide anbauenFoto: macrossphoto/Adobe Stock Weizen können Sie auch im Garten anbauen.

Fast täglich kaufen wir beim Bäcker Brot oder Brötchen – ohne darüber nachzudenken, wieviel Getreide und Arbeit darin stecken. Wie wäre es also mit einem Brotprojekt im Garten? So können Sie mit Ihren Kindern oder Enkelkindern vom Anbau des Korns über das Dreschen und Mahlen bis zum Backen Schritt für Schritt ein eigenes Brot herstellen.

Welches Getreide?

Zum Brotbacken eignet sich nicht jedes Getreide gleich gut. Für Ihr Brotprojekt sind Weizen (Triticum aestivum) oder Roggen (Secale cereale) möglich. Beide besitzen genügend Klebereiweiß (Gluten) für den Zusammenhalt und eine gute Form des Brotes. Zudem gehören Weizen und Roggen zum sog. Nacktgetreide: Ihre Hüllspelzen lösen sich beim Dreschen leicht vom Korn.

Beim sog. Spelzgetreide wie Gerste, Hafer oder Dinkel sind die Körner hingegen fest mit den Spelzen verbunden und brauchen eine Spezialbehandlung. Da sich Weizen zudem leicht mit Hefe verarbeiten lässt und nicht wie Roggen einen Sauerteig erfordert, ist er für das Brotprojekt optimal.

Säen und pflegen

Getreide-Saatgut ist auch in kleineren Mengen erhältlich. Für ein 750-g-Weizenbrot brauchen Sie 500 g Mehl. Planen Sie pro Brot eine Fläche von ca. 1 m² ein. Suchen Sie ein sonniges Plätz­chen und lockern Sie die Erde. Weizen liebt nährstoffreichen Boden. Mit Kompost sorgen Sie für gute Startbedingungen, leichte Böden sollten Sie im Frühling zusätzlich mit einem organischen Volldünger versorgen.

Winterweizen können Sie von Ende September bis Mitte November aussäen, Sommerweizen von Mitte Februar bis Mitte April. Sie benötigen ca. 25 g/m² Saatgut. Verteilen Sie das Saatgut breitwürfig mit der Hand auf dem Beet und drücken Sie den Boden anschließend leicht an. Sie können aber auch Rillen in den Boden ziehen, das Saatgut in Reihen säen und leicht abdecken. Halten Sie ihr „Weizenfeld“ gleichmäßig feucht und beseitigen Sie regelmäßig Wildkräuter. Da auch Vögel gerne Weizenkörner fressen, sollten Sie ggf. ihre Ernte mit engmaschigen Netzen sichern.

Ernten und dreschen

Bereits im Juli ist Erntezeit für Winterweizen, für Sommerweizen im August. Dass der Weizen reif ist, erkennen Sie daran, dass sich die Ähre nach unten krümmt und sich die Weizenkörner mit dem Fingernagel nicht mehr eindrücken lassen.

Schneiden Sie die Halme an einem trockenen Tag kurz über dem Boden ab und stecken Sie sie kopfüber in einen Stoffbeutel. Zum Dreschen umfassen Sie die Stängel und schlagen die Ähren wiederholt gegen eine harte Kante (z.B. eine Tischkante) – so lösen sich die Körner aus den Ähren. Anschließend können Sie mit einem Fön oder Ventilator die leichte Spreu vom schwereren Weizen trennen.

Mahlen, backen und genießen

Um Ihre Weizenkörner zu mahlen, brauchen Sie eine Getreidemühle. Oft bieten auch Bioläden die Möglichkeit zum Mahlen an. Ein einfaches Grundrezept für Weizenbrot lautet: WeizenbrotFoto: photocrew/Adobe Stock
• 500 g Mehl
• 350 ml  Wasser (lauwarm)
• 1 EL Olivenöl
• 1 TL Salz
• 1 TL Zucker
• 1 Päck. Trockenhefe
Verrühren Sie alle Zutaten in einer Schüs­sel, decken Sie diese mit einem Tuch ab und lassen Sie den Teig 30 Min. an einem warmen Platz ge­hen. Danach den Teig kneten, in eine Form oder auf ein Blech geben (Backpapier oder einfetten). 40 bis 45 Min. bei 160–170 °C mit Ober- und Unterhitze backen. Guten Appetit!

 

MutterkornFotos: mauritius images/Nigel Cattlin/Alamy Vorsicht: Mutterkorn!

Der Mutterkornpilz (Claviceps purpurea) befällt vor allem Roggen und tritt bei anderen Getreidearten wie Weizen, Hafer und Gerste deutlich seltener auf. Da der Pilz jedoch stark giftige Alkaloide enthält, sollten Sie die Weizenähren vor dem Dreschen auf schwarzbraun verfärbte, kornähnliche Strukturen (das ist die Dauerform des Pilzes, das sog. Sklerotium) gründlich kontrollieren und alle dunkel verfärbten Körner aussortieren.

 

 

 

 

Saatgut-Anbieter

Bioland Hof Jeebel
Tel. 039037/781
www.biogartenversand.de

Deaflora
www.deaflora.de


Gabriele Rautgundis Richter
Redaktion „Gartenfreund“, Verlag W. Wächter

Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Sie sind auf der Suche nach Besonderheiten für Ihren Garten? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Gartenschätze an. Neben interessanten Infos zu den einzelnen Pflanzen, finden Sie hier auch passende Bezugsquellen.

mehr…

Der Blühkalender der Stauden

Der Blühkalender der Stauden

Unser Blühkalender hilft Ihnen dabei, Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten zu pflanzen – das freut das Auge und bietet vielen Insekten das ganze Gartenjahr Nahrung.

mehr…

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten Juli

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juli.
mehr…

Starter-Paket: FISKARS SingleStep Heckenschere HS 22 & Hurra-Buch für Gartenneulinge

Starter-Paket FiskarsEgal ob für sich selbst oder als Geschenk für Garten-Anfänger. Die Kombination aus dem Buch „Hurra! Ich habe einen Kleingarten“ und der Heckenschere HS 22 von Fiskars ist perfekt für einen erfolgreichen Start im eigenen Garten.

mehr…

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten Juli

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juli.
mehr…

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten Juli

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juli.
mehr…

Blühkalender Sommerblumen

Mit ein- und zweijährigen Sommerblumen können Sie für ein wahres Blütenmeer im Garten sorgen. Unser Aussaat- und Blühkalender hilft Ihnen dabei, die Blumen so auszuwählen, dass Sie das gesamte Gartenjahr Wildbienen und Co. Nahrung bieten können.

mehr…

„Der Fachberater“ – damit Sie auf dem Laufenden sind!

Der Fachberater

Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Klein­gar­ten­wesens. Die Ver­bands­zeit­schrift des Bun­des­ver­ban­des Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwer­punkt­the­men.

mehr...