• Gartengenuss

Ein Müsli aus dem Garten

Frühstück ist fertig!

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  • Müsli
  • Chiasamen
  • Leinsamen
  • Quinoa
  • Amaranth
  • Buchweizen
  • Flohsamen

Müsli aus dem GartenFoto: Shaiith/Adobe Stock

Zum guten Start in den Tag gehört für viele ein leckeres, gesundes Müsli einfach dazu. Aber häufig enthalten die im Handel erhältlichen Müslis einen hohen Anteil Zucker, sodass aus dem ver­meint­lich gesunden Frühstück schnell eine eher ungesunde Kalorienbombe wird.

Eine Alternative dazu ist, die Zutaten für Ihr Müsli im eigenen Garten anzubauen. Über­raschen­der­weise lassen sich einige der klassischen Müsli-Zutaten mit relativ wenig Aufwand selbst kultivieren. Bei anderen hingegen stehen Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis. Diese Zutaten kaufen Sie dann lieber im Handel, natürlich am besten auch in Bio-Qualität.

Der Anbau von Hafer oder Dinkel im Garten ist nicht zu empfehlen, da sich ihre Hüllspelzen nicht so leicht vom Korn lösen und sie eine besondere Behandlung benötigen. Anstelle von Hafer- oder Dinkelflocken können Sie ganze Körner kaufen und mithilfe einer Getreidequetsche selbst quetschen. Sie haben dann einen besseren Geschmack und bilden die perfekte Basis für Ihr Müsli.


Chiasamen

Mexikanische ChiaFoto: mauritius images/Fabiano Sodi/Alamy Mexikanische Chia Chiasamen gelten als das „Superfood“ schlechthin und sind vom Speiseplan gesundheitsbewusster Menschen kaum noch wegzudenken. Bei Chiasamen handelt es sich um die Früchte der Mexikanischen Chia (Salvia hispanica), deren Heimat sich vom südlichen Mexiko bis Ecuador erstreckt. Die Samen sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, wie Eisen, Kalzium, und Antioxidantien. Wenn Sie eine Flüssigkeit (Wasser, Milch oder Saft) zufügen, quellen sie auf und bekom­men eine gelartige Konsistenz.

Die bis zu 2 m hohen Pflanzen lassen sich recht unkompliziert im Garten anbauen und kommen mit normalem Gartenboden ohne spezielle Düngung zurecht. Lassen Sie die Samen am besten vorkeimen. Dafür übergießen Sie einen Esslöffel Samen mit Wasser und lassen sie einige Stunden quellen. Verteilen Sie die Samen auf einem Teller und stellen Sie ihn an einen warmen, hellen Ort. Halten Sie die Samen durchgängig feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Nach einigen Tagen können Sie die Keimlinge einzeln in Töpfe setzen und am selben Ort weiterkultivieren.

Sobald Ihre Pflanzen ca. 5 cm groß sind, dürfen sie nach den Eisheiligen ins Beet umziehen. Pflan­zen Sie die Chia­pflanzen im Abstand von 40 x 40 cm an einen warmen, sonnigen, windgeschützten Ort und gießen Sie sie regelmäßig. Mit Stöcken oder einer Rankhilfe verhindern Sie, dass die Pflanzen umknicken.

Aus den lilafarbenen Blüten bilden sich Kapseln, die sich später hellbraun verfärben. Die Samen reifen zwischen September und November. Um die Samen aus den Kapseln zu lösen, legen Sie sie auf einen Tisch und reiben mit der flachen Hand darüber.


Leinsamen

Der Gemeine Lein (Linum usitatissimum, auch Flachs oder Saat-Lein), gehört zu den bekannten und viel verwendeten Nutzpflanzen. In den Gärten wird heute überwiegend der Ausdauernde Lein (Linum perenne) als Zierpflanze verwendet. Lein wächst in den gemäßigten Breiten Europas, sehr hohe Temperaturen oder eine feuchte Witterung wirken sich negativ auf sein Wachstum aus. Lein­sa­men sind besonders ölreich, nussig im Geschmack und enthalten wertvolle Omega-3-Fett­säu­ren.


Gemeiner LeinFoto: mauritius images/AY Images/Alamy Gemeiner Lein


Unter optimalen Bedingungen wird der Gemeine Lein bis zu 120 cm hoch. Für einen guten Stand benötigen die flach wurzelnden Pflanzen einen festeren Boden. Dieser sollte durchlässig und ohne Staunässe sein. Ein vollsonniger Standort ist optimal. Für die Düngung ist ein normaler Volldünger ausreichend, bei dem der Stickstoffgehalt nicht zu hoch ist.

LeinsamenFoto: Dmytro/Adobe StockSäen Sie am besten zwischen Mai und Juni aus, wenn der Boden bereits etwas aufgewärmt ist. Der Reihen­ab­stand liegt bei 20–30 cm, bis zur Keimung dauert es ca. vier Tage. Da auch Vögel und Insekten die öl­hal­ti­gen Samen zu schätzen wissen, schützen Sie die Fläche nach der Aussaat mit einem atmungsaktiven und feuchtigkeitsdurchlässigen Vlies. Begleitpflanzen wie Lavendel oder Chili vermindern das Risiko, dass sich Ameisenkolonien ansiedeln.

Es ist nicht ganz einfach, den richtigen Erntezeitpunkt zu finden, weil die Samenstände nach und nach reifen, sich also bräun­lich verfärben und eintrocknen. Sie können jedoch grüne Kapseln ernten, die Sie an einem hellen, luftigen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung nachreifen lassen.

 

Quinoa

Quinoa (Chenopodium quinoa, auch Reismelde), enthält hochwertiges, pflanz­liches Eiweiß, ist glutenfrei und leicht verdaulich. Der Mineralstoffgehalt ist höher als bei üblichen Getreidearten. In den Anden wird Quinoa seit ca. 5000 Jahren als Kulturpflanze genutzt und wächst selbst auf Höhen von 4000 m.


QuinoaFoto: mauritius images/Pitopia/Heike Rau Quinoa


Die robuste Pflanze liefert zuverlässige Erträge. Optimal ist ein gut gelockerter, nicht zu nährstoffreicher Boden. Eine Düngung während der Kultur ist nicht erforderlich. Die Samen säen Sie zwischen Mitte und Ende April am besten in Reihen oberflächlich aus und drücken sie gut an. Wenn die Pflanzen ca. 10 cm groß sind, vereinzeln Sie sie auf ca. 30 cm Abstand. Quinoapflanzen erreichen nämlich eine Höhe von ca. 150 cm. Halten Sie die Erde während der Keimung gut feucht, später überstehen die Pflanzen auch längere Trockenphasen problemlos.

QuinoaFoto: oxie99/Adobe StockJe nach Sorte färben sich die Pflanzen ab Ende August gelb oder rot, die Körner sind ab Mitte bis Ende September erntereif. Schneiden Sie dann am besten die kompletten Samenstände ab und lassen Sie sie auf einem Tuch nachtrocknen. Wenn Sie die Samenstände zwischen den Händen reiben, rieseln die Samen heraus. Danach sieben Sie die Samen, um sie von der Spreu zu trennen.

Waschen Sie die Samen danach noch einmal gründlich mit warmem Wasser, bis das Wasser klar bleibt, am besten in einem Leinen- oder Mulltuch, und trocknen Sie die Samen anschließend noch einmal. So ent­fer­nen Sie die an der Schale anhaftenden Bitterstoffe (Saponine), die zum Schutz vor Schädlingen dienen. Verzehren Sie die Samen lieber nicht, wenn sie immer noch bitter schmecken. In konzentrierter Form können Saponine auch für den Menschen giftig sein.

 

Amaranth

Amaranth gehört zu den ältesten Nutzpflanzen und war früher in Südamerika ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Grob gesagt decken 100 g Amaranth etwas mehr als ein Sechstel bis ein Fünftel des Tagesbedarfs an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß. Amaranth enthält außerdem viele Vitamine, Ballaststoffe, Proteine, Kalzium und Eisen und ist glutenfrei.


Rispiger Fuchsschwanz (Amaranth)Foto: Flora Press/Ute Klaphake Rispiger Fuchsschwanz (Amaranth)


Von den über 60 existierenden Arten ist der Rispige Fuchs­schwanz (Amaranthus cruentus) die wichtigste Körneramaranth-Art. An die Kultur im Garten stellt Amaranth relativ wenig Ansprüche. Ausreichend ist ein normaler, gut gelockerter Gartenboden. Eine zusätzliche Düngung während des Wachstums ist nicht notwendig.

Nach den Eisheiligen können Sie die Samen flach direkt ins Beet aussäen oder vorher auf der Fensterbank vorziehen und ab Mai ins Beet pflanzen. Die bis zu 3 m hohen Pflanzen benötigen einen Pflanzabstand von ca. 40 x 40 cm. Halten Sie die Aussaatflächen während der Keimung frei von Unkraut und immer gut feucht, später sind auch Trockenphasen kein Problem.

Erntereif sind die Samen ab Oktober. Falls frühe Fröste zu erwarten sind, können Sie die Samenstände auch eher abschneiden und an einem geschützen und trockenen Platz nachreifen lassen. Wenn die Samenstände gut durchgetrocknet sind, schütteln oder reiben Sie die Samen heraus. Anschließend werden sie abgesiebt.

 

Buchweizen

Echter BuchweizenFoto: mauritius images/nature picture library/Martin Gabriel Echter Buchweizen Buchweizen liefert viele wertvolle Nährstoffe und wirkt zugleich positiv bei Diabetes, Krampfadern und Bluthochdruck. Da es jedoch keine spezielle Sorte für den Anbau im Garten gibt, greifen Sie am besten auf Echten Buchweizen (Fagopyrum esculentum) zurück. Säen Sie Buchweizen mit einer Saattiefe von ca. 3 cm und einem Reihenabstand von ca. 25 cm erst ab Mitte Mai, da er sehr frostempfindlich ist.

Buchweizen benötigt wenig bis gar keine Düngung und wird 30–60 cm hoch, die weißen Blüten dienen als Bienenweide. Ab Mitte August verfärben sich die Samenstände, dann sind die Körner erntereif. Da die Samenstände sehr unterschiedlich abreifen, müssen Sie sie in der Regel einzeln ernten, ausreiben und nachtrocknen.

Schälen Sie die Samen vor dem Verzehr, weil der in der Schale enthaltene Farbstoff die Lichtempfindlichkeit der menschlichen Haut erhöht. Wenn Sie keine Schälmühle besitzen, können Sie die Körner auch in der Haushaltsmühle schroten und die gelösten Schalen abpusten.

 

Flohsamen

Flohsamen sind sehr gesund und helfen dabei, Darmprobleme oder Verdauungsstörungen auf natürlichem Weg zu bekämpfen. Sie sind ähnlich wie Chiasamen äußerst quellfähig. Ihren Namen verdanken die Samen ihrem Aussehen, da sie optisch an Flöhe erinnern.


Halbstrauchiger FlohsamenFoto: mauritius images/Blickwinkel/Alamy Halbstrauchiger Flohsamen


Zum Anbau im Garten wird meist der Halbstrauchige Flohsamen (Psyllium sempervirens) verwendet. Die Aussaat erfolgt von Mitte Mai bis Ende Juni an einem sonnigen Standort. Der Boden sollte nicht zu feucht, mäßig nährstoffreich und durchlässig sein. Eine Düngung während der Kultur ist nicht notwendig. Die Aussaat erfolgt möglichst flach in Reihen mit einem Reihenabstand von ca. 15 cm. Je nach Sorte werden die Pflan­zen zwischen 10 und 50 cm hoch. Aus den Blüten entwickeln sich Kapseln, in denen die Samen stecken. Die Ernte erfolgt von Juli bis Oktober. Dafür zerstoßen Sie die Samenkapseln und pusten die Kapselrückstände von den Samen ab.

Miriam Soboll
Fachberaterin des Landesverbandes 
Niedersächsischer Gartenfreunde

 

Bezugsquellen

Dreschflegel
Tel. 05542/50 27 44
www.dreschflegel-saatgut.de

Rühlemann’s Kräuter und Duftpflanzen
Tel. 04288/300 19 11
www.kraeuter-und-duftpflanzen.de

 

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