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  • Gartengenuss

Knoblauch aus dem eigenen Garten

Der Duft der großen, weiten Welt

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Knoblauch

Knoblauch aus dem GartenFoto: Ksenia/Adobe Stock

Von den einen wird Knoblauch (Allium sativum) wegen der unbestrittenen medizinischen und kulinarischen Vorteile zu Recht gelobt und täglich gegessen. Von anderen wird er strikt gemieden, um mögliche unangenehme Ausdünstungen zu vermeiden. Vermutlich sind die folgenden Anbauinformationen nur für die erste Gruppe interessant ...
 

Unbestritten wertvoll

Knoblauch enthält viele verschiedene, gesunde Schwefelverbindungen. Sie wirken appetit­an­re­gend, verdauungsfördernd, desinfizierend sowie vorbeugend gegen Krebs und Arteriosklerose. Gesundheitlich wertvoll sind zudem sein Gehalt an Vitamin B und C sowie an Mineralstoffen (Kalium, Calcium) und Spurenelementen (Kupfer, Zink, Selen). Für den typischen Geschmack und Geruch ist v.a. das Allicin verantwortlich. Es entsteht, sobald die Zellwände der Zehen beschädigt werden.
 

Gute Bedingungen

KnoblauchFoto: emuck/Adobe StockKnoblauch ist ein ausdauerndes, frosthartes Zwiebelgewächs, an dem sich im Boden mehrere Beiknospen bilden, die sog. Zehen oder Klauen. Er wird im Herbst oder Frühjahr gepflanzt. Die Frühjahrssorten sind meist kleiner und geringer im Ertrag, dafür aber haltbarer. Über­win­te­rungs­sor­ten, die im Herbst gepflanzt werden, sind kälteverträglicher und wegen größerer Zehen und längerer Standzeit meist ertragreicher.

Knoblauch wünscht sich milde Winter und trockene, sonnige Sommerbedingungen bei 18–20 °C. Mittelschwere, gut drainierte, humushaltige Böden sind gut geeignet, zu nasse Böden begünstigen Fäulnis. Knoblauch ist selbstunverträglich: Beete, auf denen er oder andere Zwiebelgewächse in den letzten fünf Jahren wuchsen, sollten Sie vom Anbau ausschließen. Dies beugt einem Nematodenbefall und diversen pilzlichen Krankheiten vor.
 

Pflanzen und pflegen

Als Pflanzmaterial kommen gekaufte Zehen oder auch gesunde Zehen oder Brutzwiebeln aus eigenem, letztjährigem Anbau infrage. Sie benötigen 30 bis 40 Zehen pro m². Stecken Sie die Zehen 5–7 cm tief und in einem Abstand von 10–15 cm, die Spitzen müssen dabei nach oben gerichtet sein.

Für den einjährigen Anbau pflanzen Sie im März oder April und ernten gegen Ende Juli. Die Sorten ‘Flavor’ oder ‘Cledor’ empfehlen sich für die Frühjahrspflanzung.

Knoblauch im GartenFoto: Picturefoods.com/Adobe Stock Beim Überwinterungsanbau besteht je nach Sorte ein Pflanzfenster von Mitte September bis Anfang November. Dabei bilden sich noch im selben Jahr Wurzeln, die Triebspitzen werden aber erst im Frühjahr sichtbar. Die Zehen reifen dann etwa Anfang/Mitte Juli. Für die Hauptpflanzzeit Mitte Oktober eignet sich z.B. ‘Thermidrome’.

Ab Ende Februar beginnt die Eiablage der Knob­lauch­fliege. Um einem Madenbefall mit nachfolgender Fäulnis vorzubeugen, sollten Sie das Beet bis Anfang April mit einem Vlies oder Kulturschutznetz (1,3 mm Maschenweite) abdecken.

Knoblauchbeete decken den Boden mäßig, daher sollten Sie Beikraut immer rechtzeitig entfernen. Dies fördert den Ertrag und verhindert starken Krankheits- und Schädlingsdruck – Vogelmiere z.B. gilt als Wirtspflanze für Stock- und Stän­gelälchen.

Achten Sie bei Trockenheit von Mai bis Mitte Juni, zur Hauptbedarfszeit, auf ausreichendes Wässern. Sobald das Laub vergilbt, stellen Sie das Gießen wieder ein, um die Gefahr von Pilzbefall zu verringern.
 

Bei Trockenheit ernten

Der Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn das untere Drittel der Knoblauchpflanze vergilbt und abgeknickt ist. Lockern Sie die Wurzeln mit dem Spaten oder der Grabegabel und ziehen Sie die Pflanzen am Schaft vorsichtig aus dem Boden. Druckstellen und Beschädigungen an den Zehen sollten Sie vermeiden.

Trockenes Wetter und trockener Boden erleichtern die Arbeit. Zum Nachtrocknen lassen Sie die Knollen noch einige Tage auf dem Beet oder in luftiger, regengeschützter Umgebung liegen. Gut getrocknet ist Knoblauch bei kühlen, trockenen Bedingungen einige Monate lagerfähig.

Thomas Jaksch
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH),
ehemaliger Betriebsleiter Gemüsebau,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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