• Gartengenuss

Kräutersalz herstellen

Für das Salz in der Suppe

Kräutersalz herstellenFoto: 5ph/Adobe Stock


Kräutersalz als GeschenkDie Kräuter im Garten wachsen mal wieder mehr alsüppig und sind viel zu schade, um sie einfach stehen zu lassen?Dann konservieren Sie das Aroma doch einfach mal in Form von Kräutersalz. Es eignet sich wunderbar zum Würzen vieler Speisen und lässt sich leicht selbst machen. Es ist es auch deutlich hochwertiger und aromatischer als gekauftes Kräutersalz. Und das Beste: Sie wissen genau, was drin ist, und können ganz nach Geschmack kombinieren.

Salz ist nicht gleich Salz

Für die Herstellung Ihres Kräutersalzes benötigen Sie natürlich Salz. Dafür können Sie grund­sätz­lich jede Salzsorte verwenden. Steinsalz wird in Salzstöcken unterirdisch abgebaut. Häufig wird es mit Jod und/oder Fluorid angereichert. Meersalz wird meist naturbelassen verkauft, ist nicht so intensiv salzig und stellt die Kräuter in den Vordergrund. Besonders edel ist Fleur de Sel, da die Salzblüten von Hand geerntet werden. Es ist teurer als normales Meersalz, dafür aromatischer. Im Prinzip ist aber auch normales Tafelsalz ausreichend.

KräutersalzzusammenstellungFoto: Mira Drozdowski/Adobe Stock Bei der Zusammenstellung der Zutaten Ihres Kräutersalzes sind Ihnen kaum Grenzen gesetzt.

Der richtige Schnitt

Bei der Kräuterernte ist vor allem der richtige Zeitpunkt entscheidend. Bei vielen Kräutern wie Thymian oder Salbei ist das Aroma kurz vor der Blüte am intensivsten. Bohnenkraut und Oregano bilden eine Ausnahme, da sie auch während der Blüte aromatisch bleiben, sodass Sie die Blüten ebenfalls verwenden können. Pfefferminze und Zitronenmelisse schmecken während der Blüte nicht nur weniger aromatisch, sondern eher unangenehm.

Ernten Sie die Kräuter im Idealfall an einem sonnigen Vormittag vor dem Einsetzen der Mit­tags­hitze. Der nächtliche Tau ist dann abgetrocknet, und die Kräuter haben ein besonders intensives Aroma. Verwenden Sie eine scharfe Schere oder ein Messer und schneiden Sie von den Stielen so viel ab, dass die Hälfte der Triebe stehen bleibt. Die Pflanzen regenerieren sich rasch, und die nächste Ernte kann bald darauf erfolgen. Nur die Pflanzen, die während der Blüte einen un­an­ge­neh­men Geschmack entwickeln, schneiden Sie radikaler zurück, um die Blütenbildung zu verhindern und den Neuaustrieb anzuregen.

Reine Geschmackssache

Welche Kräuter Sie für Ihr Kräutersalz verwenden möchten, hängt ein wenig von Ihren persönlichen Vorlieben und der späteren Verwendung ab. Grundsätzlich sind bei der Wahl der Kräuter kaum Grenzen gesetzt. So können Sie entweder Ihre Lieblingskräuter, die Sie ohnehin häufig verwenden, kombinieren oder ganz neue Kreationen ausprobieren.

Mediterran wird es z.B. mit den klassischen Mittelmeerkräutern wie Oregano, Thymian, Rosmarin und Salbei, für Fisch und Salate eignet sich eine Mischung aus Dill, Kerbel, Liebstöckel und Schnittlauch. Wenn Sie es gerne scharf mögen, können Sie auch getrocknete Chili zufügen. Besonders aromatisch wird das Kräutersalz durch getrockneten Knoblauch, eine eher frische Note verleiht getrocknete Bio-Zitronen- oder -Orangenschale.

Sanft getrocknet

RosmarinFoto: womue/Adobe StockFür die Zubereitung des Kräutersalzes haben Sie zwei Möglichkeiten. Möglichkeit eins ist, dass Sie die frischen Zu­taten wie Kräuter, Blüten oder Schalen zuerst trocknen, dann mahlen und anschließend mit dem Salz vermischen. In diesem Fall trocknen Sie die Kräuter am besten einige Tage in lockeren Bündeln aufgehängt an einem warmen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung, bis sie sich zwischen den Fingern zerreiben lassen. Wenn es schneller gehen soll, können Sie sie auch im Backofen oder in einem Dörrautomaten trocknen, wobei die Temperatur bei 40–50 °C liegen sollte. Hacken Sie die Zutaten hierfür vorher möglichst klein, um sie dann auf dem Backblech oder dem Dörr-Einschub schonend zu trocknen.

Bei Möglichkeit zwei zerkleinern Sie alle frischen Zutaten und vermischen sie direkt mit dem Salz. Das Kräuter-Salz-Gemisch breiten Sie anschließend auf einem flachen Teller aus und lassen es einige Tage an einem warmen Ort trocknen. Rühren Sie regelmäßig um, damit das Kräutersalz gleichmäßig trocknet. Wichtig: Waschen Sie die Kräuter vor der Verarbeitung nicht, dadurch verlieren sie an Aroma.

Das richtige Verhältnis

Im Handel erhältliche Kräutersalze haben meist ein Salz-Kräuter-Verhältnis von 80:20 oder sogar 90:10 bezogen auf das Gewicht. Ursache hierfür ist u.a. der Preis der Kräuter. Besonders aromatisch wird Ihr Kräutersalz, wenn Sie den Salzanteil entsprechend reduzieren. Ein Verhältnis von 2:1 oder sogar 1:1 (Salz : Kräuter) ist problemlos möglich. So können Sie Ihre Gerichte aromatisieren, ohne Gefahr zu laufen, sie gleichzeitig zuübersalzen. Eine zusätzliche Salzzugabe ist immer noch möglich, falls erforderlich.

KräutersalzherstellungFoto: unpict/Adobe Stock Kräutersalz lässt sich leicht selbst herstellen.

Mörser oder Mixer

Kleinere Mengen Kräutersalz lassen sich ganz traditionell im Mörser herstellen. Hierfür geben Sie die getrockneten Kräuter hinein und zerreiben bzw. zerstoßen sie mit dem Stößel. Anschließend fügen Sie das Salz hinzu und vermengen alles miteinander. Für die Aufbewahrung eignet sich ein Schraub- oder Weckglas. Sie können das Salz auch direkt in einen Streuer oder eine Mühle geben. Letztere eignet sich besonders gut bei der Verwendung von grobem Meersalz.

Wenn Sie größere Mengen Kräutersalz, z.B. zum Verschenken, herstellen möchten, verwenden Sie am besten eine Küchenmaschine oder einen Standmixer. Falls Sie die Kräuter frisch verwenden, benutzen Sie am besten ein scharfes Wiegemesser oder ein großes Küchenmesser zum Zerkleinern.

Monatelanges Aroma

Selbst gemachtes Kräutersalz istüber viele Monate haltbar, weil das Salz die Kräuter konserviert. Es bietet eine gute Möglichkeit, sich die Aromen des Sommers bis in den Winter oder sogar bis zur nächsten Saison zu bewahren. Bewahren Sie das Kräutersalz luftdicht verschlossen und möglichst dunkel und kühl auf, damit viel Aroma erhalten bleibt. Falls das Salz den Kräutern noch Restfeuchtigkeit entzieht, kann es sein, dass das Kräutersalz etwas verklumpt. Dies beeinträchtigt nicht den Geschmack.

Rezeptideen

 

Mediterranes Kräutersalz

1 EL getr. Oregano
1 EL getr. Rosmarin
1 EL getr. Thymian
1 EL getr. Petersilie
½ TL Knoblauch getrocknet und gemahlen
100 g Salz

 

Tomaten-Gewürzsalz

1 EL getr. Basilikum
1 EL getr. Petersilie
1 EL getr. Oregano
1 EL getr. Rosmarin 
½ TL Zucker
½ TL Paprika edelsüß
etwas Pfeffer
100 g Salz

 

Fisch-Gewürzsalz

1 EL getr. Dill
1 EL getr. Liebstöckel
1 EL getr. Estragon
3 EL getr. Petersilie
1 EL getr. Rosmarin
1 EL getr. Zitronenthymian
½ TL Cayennepfeffer
2 TL Pfeffer weiß
1 TL geriebene Zitronenschale
100 g Salz

 

Miriam Soboll
Fachberaterin des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde

Online-Seminar, 30.01.2023

Permaveggies — die Mehrjährigen im Gemüsebeet

Die meisten Gemüsearten sind einjährig. Es gibt aber auch eine große Vielfalt von mehr­jährigen Gemüsearten – etwa Meer­rettich oder Winterheckenzwiebeln. In unserem Vortrag erfahren, welche Arten Sie – einmal gepflanzt – viele Jahre beernten können.

Mehr Informationen & Anmeldung

Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Bohnenkraut ist das i-Tüpfelchen für Bohnengerichte. Während das klassische Bohnenkraut einjährig ist, müssen Sie das Winter-Bohnenkraut nur einmal pflanzen.

mehr…

Gartenkalender 2023

Gartenkalender 2022 Der Gartenkalender 2023 bietet wieder jedem Garten­freund eine Fülle aktueller Informationen zu Obst, Gemüse und Zierpflanzen. Tipps und Tricks rund um den Garten, Praxisratschläge, Neuheiten aus der „grünen“ Branche und traditionserprobtes Gärtnerwissen. Kompakt und verständlich geschrieben von Garten­kennern für Praktiker.

mehr…

Wintergemüse – Saisonkalender

Wintergemüse – SaisonkalenderAuch im tiefsten Winter können Sie frisches Grün in Ihrem Garten ernten. Hier sehen Sie, welche Gemüsearten sich für den Anbau im Winter eignen und wann Sie welches Gemüse wie lange ernten, säen, pflanzen oder lagern können.

mehr…

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten Dezember

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Dezember:
• Mulchschicht als Frostschutz
• Schadkontrolle durchführen
• Erdbeerpflanzen vor strengen Frösten schützen
mehr…

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten Dezember

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Dezember:
• Rhabarber zum Treiben vorbereiten
• Artischocken schützen
• Passt der pH-Wert?
mehr…

„Der Fachberater“ – damit Sie auf dem Laufenden sind!

Der Fachberater

Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Kleingartenwesens. Die Verbandszeitschrift des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwerpunktthemen.

mehr...

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten Dezember

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Dezember:
• Kuhschellen aussäen
• Weihnachtsnarzissen vortreiben
• Fruchtschmuck für draußen
mehr…