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Obstleder – die fruchtige Weingummialternative

Fruchtig und lecker

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Obstleder
  • Obst
  • Verarbeitung
  • Trocknungszeit

ObstlederFoto: JuliaLavleis/Adobe StockIhr Obstgarten ist voll mit reifen Früchten, und Sie haben keine Lust, schon wieder Konfitüre zu kochen? Dann probieren Sie doch mal Obstleder aus. Es schmeckt nicht nur sehr fruchtig, sondern ist eine gute Möglichkeit, die üppige Obsternte mal auf andere Art zu verwerten. Sie und Ihre Kinder oder Enkelkinder werden die fruchtige Gummibärchen-Alternative aus dem eigenen Garten sicher lieben.

Alles, was gefällt

Das Beste vorweg, Sie können ganz nach Lust und Laune alle Früchte aus Ihrem Garten zu Obstleder verarbeiten – wenn Sie wollen, sogar Gemüse wie Möhren, Spinat, Tomaten oder Paprika.

Damit möglichst viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe erhalten bleiben, verarbeiten Sie die Früchte am besten immer roh. Es gibt allerdings einige wenige Ausnahmen wie Holunder oder Quitte, die roh ungenießbar bzw. zu fest sind und deshalb zuvor gekocht werden müssen.

Das Kochen kann aber auch aus anderen Gründen sinnvoll sein. So sind Äpfel roh zwar sehr schmackhaft, werden je nach Sorte aber recht schnell braun und das fertige Obstleder ent­spre­chend unansehnlich. Kochen Sie deshalb vorher Apfelmus und verarbeiten Sie es nach dem Abkühlen wei­ter. Apfelmus ist zudem auch eine her­vor­ragende Grundlage für Obstleder, vor allem, wenn Sie besonders saftige Früch­te verarbeiten möchten. Dank der vorhandenen Frucht­süße der Äpfel brauchen Sie dann auch keinen Zucker zuzugeben, und das Mus sorgt für eine gute Textur. Ebenfalls vor der Verarbeitung zu Mus zerkochen lassen sich gut reife Pflaumen, Pfirsiche oder Birnen.
 

Von der Frucht zum Leder

Waschen Sie das frisch geerntete Obst zunächst gründlich und tupfen Sie es mit einem Handtuch gut trocken. Entfernen Sie dann je nach Obstart noch die Kerngehäuse bzw. Steine und geben Sie die Früchte in einen Mixer und pürieren sie ganz fein. Wenn Sie keinen Mixer haben, können Sie die Früchte alternativ auch in eine große Schüssel geben und mit dem Pürierstab pürieren. In gleicher Weise können Sie auch bereits eingefrorene Früchte verarbeiten. Diese müssen Sie vor dem Mixen nur auftauen und gut abtropfen lassen.


Obstleder als WeingummialternativeFoto: New Africa/Adobe Stock


Möchten Sie Beerenobst zu kernlosem Obstleder verarbeiten, streichen Sie das Fruchtpüree nach dem Mixen einfach durch ein Küchensieb und geben es danach wieder zurück in den Mixer, sofern Sie noch weitere Früchte oder Zutaten zugeben möchten.
 

Natürlich süßen

Wenn Sie gerade kein Apfelmus zum Süßen parat haben, können Sie bei sauren oder herb schmeckenden Früchten während des Pürierens nach Belieben süßende Zutaten wie Honig, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder Süßkraut dazugeben. Auch süße Früchte wie Banane oder Mango eignen sich gut, sie machen das Obstleder zudem geschmeidiger. Letzteres erreichen Sie auch durch die Zugabe von ein bis zwei Esslöffel Mandel- oder Hanfmus pro 300 g Frucht­püree.

Um dem Obstleder vielleicht noch eine besondere geschmackliche Nuance zu verleihen, können Sie beim Pürieren auch noch Zutaten wie Zimt, Vanillemark, Minze oder andere Würzkräuter hinzugeben. Die Mengen hängen ganz individuell von Ihrem persönlichen Geschmack ab.

Haben Sie das Fruchtpüree so weit hergestellt, le­gen Sie im nächsten Schritt Backbleche oder die Gitter eines Dörrautomaten mit Backpapier aus. Verteilen Sie darauf die Masse möglichst gleichmäßig, ideal sind 3–6 mm Dicke. Ist sie zu dünn, entsteht kein biegsames Leder, sondern nur eine Art brüchiges Fruchtpergament. Ist sie dicker, verlängert sich die Trocknungszeit erheblich.

Nach dem gleichmäßigen Ausstreichen können Sie ganz nach Belieben noch Chiasamen, Kokosflocken, Kakaonibs, Buchweizen oder Leinsamen aufstreuen.

 

Rezepte für Obstleder


Obstleder-RezepteFoto: geshas/Adobe StockRot: 200 g Kirschen, 100 g Apfelmus und ein Ess­löffel Mandelmus/oder 150 g rote Johannisbeeren und 150 g Erdbeeren (oder rote Stachelbeeren)

Weinrot: 100 g Jostabeeren und 200 g Schwarze ­Johannisbeeren

Gelb: 150 g gelbe Himbeeren, 150 g entsteinte Pfirsiche sowie eine Prise Kurkuma

Grün: 250 g Apfelmus und ein gehäufter Teelöffel Matchapulver

Grüngelb: 300 g grüne Stachelbeeren und ein ­Esslöffel gehackte Minze oder Zitronenmelisse

Bräunlich Blau: 150 g Pflaumen, 150 g Heidel­beeren und eine Prise Zimt

 
 
Schonend trocknen

Die Trocknungsdauer hängt stark von der jeweiligen Obstart, der Dicke des Fruchtspiegels und der eingestellten Temperatur ab. Diese sollte maximal 50 °C betragen, um möglichst wenig Vitaminverluste zu haben. Beim Backofen ganz wichtig: Zwischendurch immer wieder mal die Tür öffnen, damit die Feuchtigkeit aus dem Gerät entweichen kann.

Prüfen Sie nach einer Dörrzeit von fünf bis sechs Stunden, wie sich die Oberfläche des Obstleders anfühlt. Wenn es noch klebrig ist, lassen Sie es noch so lange weitertrocknen, bis es sich ledrig und trocken anfühlt.

Unter Umständen kann es nötig sein, dass Sie die Unterseite danach noch ein wenig nach­trock­nen müssen. Wenden Sie dazu das Obstleder auf dem Backblech, ziehen Sie das Backpapier vorsichtig ab und schieben es anschließend noch mal für ca. eine halbe Stunde in den Ofen.


Obstleder - Natürlich süßFoto: domnitsky/Adobe Stock


Solange das Obstleder noch klebrig und formbar ist, können Sie damit auch kleine Gebilde for­men. Das können kleine, wie Eiswaffeln geformte Tütchen oder Schleifen sein, und mit Keks­for­men können Sie dekorative Stücke ausstechen. Danach müssen Sie die Formen noch so lange weiter trocknen, bis es sich fest und nicht mehr klebrig anfühlt.

Ziehen Sie das fertige Obstleder, wenn nicht vorher schon erledigt, vorsichtig vom Backpapier, rollen Sie es auf und schneiden Sie es dann mit einem Messer in mundgerechte Stücke. Luftdicht verpackt und anschließend kühl gelagert ist es problemlos mehrere Monate haltbar. So können Sie auch noch in den Wintermonaten die Aromen des Sommers genießen.

Christine Schonschek

 

Quittenbrot


QuittenbrotFoto: HLPhoto/Adobe StockDas Quittenbrot oder Dulce de membrillo, wie es in seiner spanischen Heimat heißt, wird zwar ähnlich wie Obstleder zubereitet, braucht jedoch durch die größere Dicke wesentlich mehr Trocknungszeit und ähnelt am Ende eher einem Konfekt.

Zutaten für ein Backblech:
1 kg gekochtes Quittenmus aus ca. 1,5 kg Quitten
1 kg Gelierzucker 1:1
3 Päckchen Zitronensäure
Etwas Zucker oder Kokosflocken zum Wälzen

Zubereitung:

  • Zunächst den Flaum auf der Schale mit einem Tuch abreiben. Dann Quitten waschen, vierteln, Kelch, Stiel und Kerngehäuse entfernen. In einem Topf mit Wasser bedecken und weich kochen.
  • Das Wasser abgießen und die Quitten pürieren. Anschließend den Gelierzucker und die Zitronensäure zugeben und erneut aufkochen. Unter Rühren so lange köcheln lassen, bis die Masse zäh und dicklich ist (min. 15 Minuten).
  • Quittenmasse ca. 1–1,5 cm dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen. Anschließend die Masse bei Zimmertemperatur so lange trocknen (mehrere ­Tage), bis die Oberfläche nicht mehr klebt. Dann umdrehen, damit auch die andere Seite trocknet.
  • Sobald das Quittenbrot getrocknet ist, in Rauten schneiden und diese in Zucker oder Kokosraspel wälzen. Zum Schluss noch luftdicht verpacken.
 
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