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Die besten samenfesten Tomaten für Ihren Garten

Ein Wegweiser durch die Tomatenvielfalt

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Gemüsegarten, Tomaten, Wildtomaten, Cocktailtomaten, Datteltomaten, Fleischtomaten, Ochsenherztomaten, Buschtomaten, Stabtomaten, Fruchtform, Wuchsform

TomatenvielfaltFoto: Flora Press/Meyer-Rebentisch

Welch ein Genuss, an einem lauen Sommerabend Tomaten im Garten zu ernten und genüsslich hineinzubeißen! Für den Anbau steht Ihnen eine Vielzahl an Sorten mit den unterschiedlichsten Fruchtfarben und -formen zur Verfügung. Häufig handelt es sich dabei um F1-Hybriden mit guten Ertragseigenschaften.

Für den ganz besonderen Tomatengenuss lohnt es sich aber auch, samenfeste, unbekanntere Sorten anzubauen, auch wenn das einen höheren Pflegeaufwand und vielleicht einen geringeren Ertrag bedeuten kann. Aber ob nun alte Sorte oder Hybride, die Hauptfrage der Sortenwahl ist: Welche Tomatensorte gedeiht in meinem Garten und welche passt zu meinen Vorlieben?

Die richtige Standortwahl

Teilweise haben die einzelnen Tomatensorten sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Viele gedeihen besser in kühlen, gemäßigten Sommern, andere mögen es dagegen warm und trocken. Wie ein Sommer wird, lässt sich natürlich nur schwer vorhersagen, sodass es besser ist, wenn Sie mit verschiedenen Sorten eine breitere Risikoverteilung haben.

Fällt Ihre Wahl auf großfrüchtige Fleisch- und Ochsenherztomaten, sollten Sie für den Anbau ein Dach oder ein Gewächshaus vorsehen. Denn große Tomaten platzen leicht auf und brauchen etwas mehr Zeit zum Reifen. Oft sind die Früchte auch auf der Oberseite eingebuchtet, sodass sich im Freien dort Wasser ansammeln kann und sie schnell faulen. Ebenso benö­tigen auch dünn- und weichschalige Toma­ten einen geschützten Standort, um ein Aufplatzen der Früchte zu vermeiden. Ge­ne­rell sind Tomaten mit kleinen bis mittel­großen Früchten besser für die Freiland­­kul­­tur geeignet.

Unterschiede in Fruchtform

Die Tomate bietet eine große Vielfalt an Fruchtformen. Von der runden, glatten Frucht über die ovale, birnenförmige, längliche und flachrunde bis hin zur herzförmigen Frucht ist alles möglich.

Kleinfrüchtige Tomaten
Wildtomaten bilden 0,5–2,5 cm große Früchte mit intensivem Aroma. Aufgrund des speziellen Wuchsverhaltens sollten Sie die Pflanzen nicht ausgeizen. Wildtomaten brau­chen ca. 1 m² Platz und genügend Abstand zu anderen Pflanzen. Die Sorten ‘Johannis­beertomate’ oder ‘Blaue Wildtomate’ eig­nen sich auch gut als Hängepflanzen im Topf.

Die saftigen Cocktailtomaten werden wegen ihres fruchtigen, süßen Geschmacks auch Obsttomaten genannt. Ihre Fruchtgröße liegt bei 2–4 cm, und die Form ist meistens rund, seltener flachrund, birnen­förmig oder oval. Die Pflanzen bilden vie­le Geiztriebe, ein regelmäßiges Ausgeizen ist daher ratsam, Gleiches gilt für alle folgenden Gruppen.

Birnenförmige TomateFoto: Grabner Birnenförmige Tomate ‘Schwarze Birne’

Datteltomaten sind längliche Cocktail­tomaten und 2–5 cm groß. Seltener sind herzförmige Früchte, wie bei ‘Taubenherz’ oder rund mit Spitze, wie bei der ‘Gestreiften Cocktailtomate’. Die Konsistenz ist meistens knackig, mit aus­geprägtem süß-würzigem Aroma. Die festen Früchte platzen kaum und lassen sich mehrere Wochen lagern. Sie gedeihen gut im Freiland. 

Datteltomate ‘Elfin’Foto: Grabner Datteltomate ‘Elfin’

Mittelgroße Tomaten
Runde Tomaten haben meistens runde, seltener flachrunde, 5–8 cm große Früchte. Ansonsten unterscheiden sich die Sorten stark voneinander. Hier sind viele tolle Freilandsorten und auch außergewöhnlich schöne, schmackhafte Raritäten für das Gewächshaus vertreten.

Längliche Tomaten, wie Eier-, Flaschen- und birnenförmige Tomaten, haben im Gegensatz zu Fleischtomaten einen geringen Schnittanteil, damit ist der grüne Strunk als innere Fortführung des Fruchtstieles gemeint, und lassen sich da­her schnell verarbeiten. Neben Flaschen­toma­ten mit mehr als 10 cm Länge gibt es auch ovale und birnenförmige mit 5–10 cm großen Früchten. Viele Sorten sind gut für das Freiland geeignet.

Sonderformen mit flachrunden, gebuchteten, hohlen oder behaarten Früchten zeichnen sich durch ihre beson­dere Fruchtform aus, so die zitronenförmige ‘Zitronella’, die gebuchtete ‘Costoluto fiorentino’ oder ‘Striped Cavern’ mit Hohlkammern. Einige Früchte, wie ‘Roter Pfirsich’, haben eine behaarte Schale. Solche Sonderformen gedeihen besser im geschützten Anbau.

Großfrüchtige Tomaten
Fleischtomaten sind 6–15 cm große, oft sehr saftige Tomaten mit mehr als zwei Saft­kammern. Die Früchte sind rund, flach­rund, birnenförmig oder seltener auch länglich. Oft sind sie gerippt (‘Gezahnte’) oder oben gefurcht (‘Olympische Flamme’). Sie haben ein sehr gutes Aroma und sind we­gen ihrer Größe gut zum Verarbeiten ge­eignet. Flachrunde Sorten haben oft einen hohen Schnittanteil. Die Früchte sind et­was platzanfällig, daher empfiehlt sich der Anbau nur mit Re­genschutz.

FleischtomateFoto: Grabner Fleischtomate

Ochsenherztomaten sind Fleischtomaten mit 10–15 cm großen Früchten, die viel Fruchtfleisch mit sehr wenigen Saftkammern enthalten. Die Scha­le ist dünn und weich. Sie schmecken intensiv fruchtig süß. Oft gibt es Mischformen mit anderen Fleischtomaten, daher lassen sich viele große Tomaten in beide Gruppen einordnen.

Fruchteigenschaften

Neben der Form ist in der Küche natürlich die Konsistenz von Fruchtfleisch und Schale wichtig. Manche Tomaten wie etwa ‘Green Zebra’ sind sehr saftig und des­halb ideal für den Frischverzehr geeignet. Andere wie ‘Roma’ oder ‘Black Zebra’ haben dagegen we­niger Saft und lassen sich besser zu Soßen verarbeiten. Viele Ochsenherz-  und Flaschentomaten sind zwar schnitt­fest, aber dennoch ausreichend saftig. Ihre Konsistenz ist wie bei ei­ner Mango angenehm samtig. Die Früch­te ha­ben ein gutes Verhältnis von relativ kleinen Saftkammern zu gewachsenem Fruchtfleisch. Wenn das Fruchtfleisch beim Auf­schnei­den grobporig erscheint und sich etwas sandig anfühlt, sind sie oft mehlig.

Viele alte Sorten haben eine dünne und weiche Schale. Das ist zwar beim Verzehr sehr angenehm, doch die Früchte lassen sich deshalb kaum transportieren oder lagern.

Die Konsistenz ist aber auch von den Anbaubedingungen abhängig. Gemäßigt warme Sommer lassen die Früchte mit einer angenehmen Konsistenz und einem gutem Aroma ausreifen. Trocken-heißes Wetter fördert dagegen einen faden Geschmack und oft dünne, harte Fruchtscha­len. Kaltes Wetter verhindert bei vielen Sorten die Bildung von Süße.

FarbvielfaltFoto: tuk69tuk/Adobe Stock

Unterschiede in Wuchsform

Tomaten werden nicht nur nach Frucht-, sondern auch nach Wuchsform unter­schie­den und in Busch- und Stabtomaten einge­teilt, wobei es auch viele Zwischenformen gibt, die beide Wuchsformen ver­einen.

TomatenpflanzenFoto: NinaMalyna/Adobe Stock Tomatenpflanzen sollten Sie mit Bambusstäben o.Ä. stützen.

Buschtomaten bilden viele Seitentriebe, werden im Schnitt 30–120 cm hoch und sollten mit Bambusstäben o.Ä. gestützt werden. Am besten gedeihen sie in 12–20 l großen Gefäßen oder im Hochbeet. Sie sind pflegeaufwendiger, und die niedrig hängenden Früchte sollten Sie vor Schneckenfraß schützen.

Ihr relativ geringes Höhenwachstum ist genetisch bedingt. Die Triebe enden mit Blütenständen. Die Ernte setzt früher und oft gleich zu Anfang üppig ein, hört aber nach etwa sechs bis acht Wochen auf. Danach stirbt die Pflanze in der Regel ab. Bei gutem Wetter ist sie aber häufig langlebiger.

Stabtomaten sind pflegeleichter und gedeihen am besten ausgepflanzt im Freiland oder Gewächshaus. Ist nur ein Anbau im Topf möglich, sollten die Gefäße je Pflan­ze mindestens 20–25 l fassen. Die Pflanzen können Sie ein- bis dreitriebig an Spiralstäben, Holzpflöcken, Schnüren oder an einem Gestell mit Querdrähten zie­hen. Die Triebe verzweigen sich nicht so stark wie bei Buschtomaten, und enden nicht mit einer Blütenknospe, sondern wachsen kontinuierlich weiter. Das ermöglicht im Prinzip ein unbegrenztes Wachstum. Aufgrund unseres kurzen Sommers ist das Pflanzenwachstum aber meistens auf 1,8–2,5 m begrenzt.

Wie Sie sehen, ist die Tomate sehr variantenreich. Da kann es natürlich schwer­fallen, die eigene Lieblingssorte zu finden. Probieren Sie einfach verschiedene Sorten aus, die relativ einfache Kultur macht es möglich.

Melanie Grabner
lilatomate.de

 

Empfehlenswerte Sorten

Name
Frucht/Fruchtfarbe
Freiland, ungeschützter Standort  
‘Blue Pitts’ (St) Cocktail/blau, reif rosarot
‘Homosa’ (St) Rund/rot
‘Omas Beste’ (St) Oval/gelb
‘Vierländer Platte’ (St) Fleisch/rot
‘Dick’s Cherry’ (St) Cocktail/rot
Freiland, unter Regendach  
‘Berner Rosen’ (St) Flachrund/rosarot
‘Cherry Black’ (St) Cocktail/violettbraun
‘Ernteglück’ (St) Cocktail/rot
‘Grüne Trauben’ (St) Cocktail/grüngelb
‘Tigerella’ (St) Rund/rot-gelb gestreift
Anbau im Topf und Hochbeet  
‘Carrot like’ (Bu) Fleisch/rot
‘Drei Käse hoch’ (Bu) Cocktail/rosa
‘Lime Green Salad’ (St) Rund/grüngelb
‘Pendulina’ (Bu) Cocktail/orange
‘Sonnenschein’ (Bu) Cocktail/gelb
Anbau im Gewächshaus  
‘Andenhorn’ (St) Flaschen/rot-gelb gestreift
‘Bulgarische Ochsenherztomate’ (St) Ochenherz/rosarot
‘Dancing with Smurfs’ (St) Cocktail/blaurot
‘Green Pear’ (St) Birnen/grüngelb
‘Schwarze Königin’ (St) Rund/rot-schwarz gestreift

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