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  • Gartengenuss

Wassermelonen aus dem Garten

Sommerliche Erfrischung

Wassermelonen aus dem GartenFoto: pingpao/Adobe Stock

Wassermelonen (Citrullus lanatus) sind ursprünglich in den Trockengebieten Afrikas beheimatet. Dort spielen sie als lebenswichtiger Durstlöscher während der Trockenzeiten noch heute eine bedeutende Rolle. Aufgrund des hohen Wärmeanspruchs hat der Anbau vor allem in sehr warmen Anbauregionen Tradition. Deutschland gehört eigentlich nicht dazu. Wir sind daher auf Importe angewiesen. Sie kommen fast ausschließlich aus den südlichen EU-Ländern Spanien, Italien und Griechenland. Wenn Sie die hohen Ansprüche der Pflanze berücksichtigen, können Sie die erfrischenden Früchte aber auch im Garten ernten.

Wassermelonen gehören zu den Kürbisgewächsen und sind eng mit Gurken, Kürbissen und Zucchini verwandt. Dies gilt es in der Fruchtfolgeplanung zu berücksichtigen. Die Pflanzen sind frost­em­pfind­lich und sehr wärmebedürftig. Sie wachsen einjährig, krautig, mit langen Trieben, an denen sowohl weibliche als auch männliche, blassgelbe Blüten sitzen. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Hummeln.


Weibliche WassermelonenblüteFoto: AJCespedes/Adobe Stock Weibliche Blüte


Die dunkelbraunen bis schwarzen Samen sitzen nicht wie bei der Zuckermelone konzentriert im Kernhaus, sondern sind über das gesamte Fruchtfleisch verteilt. Botanisch bezeichnet man die Frucht als Beere. Die Früchte sind sehr saftig, wasserreich und kalorienarm.


Anspruchsvolles Sonnenkind

Da die Witterung für den Anbau eine entscheidende Rolle spielt, erzielen Sie im Gewächshaus die sicherste Ernte. Ein regengeschützter Standort verringert zudem übermäßigen Blütenfall und Krankheiten. Aber auch auf einer geschützten Terrasse können Sie Wassermelonen in größeren Töpfen oder Kisten (mindestens 10 l Substrat) kultivieren. Wenn Sie Melonen im Beet anbauen möchten, sollten Sie unbedingt einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz wählen.

Verwenden Sie am besten veredelte Jungpflanzen. Diese werden auf eine Kür­­bisunterlage gepfropft, was ihr Wurzelsystem widerstandsfähiger gegen kühle Witterungsbedingungen und Krank­heiten macht. Da veredelte Pflanzen weniger empfindlich auf eine einseitige Fruchtfolge reagieren als Sämlinge, gibt es hier auch beim Anbau nach Kürbis oder anderen Kür­bis­ge­wächsen wie Gurke oder Zucchini, etwa im Gewächshaus, weniger Probleme. Pflanzfertige, veredel­te Wassermelonensetzlinge sind im Versandhandel, im Gartencenter oder auf dem Wochenmarkt erhältlich.


Sorten für den garten

Sortenabhängig erreichen die einzelnen Früchte ein Gewicht von 2 bis 7 kg und unterscheiden sich zudem in Form, Schalenfarbe, Fleischfarbe und Aroma. Das Sortenangebot für den Frei­zeit­gärt­ner ist leider nicht sehr reichhaltig. Die Standardsorte ist ‘Sugar Baby’ mit runden, dun­kel­grü­nen, 2 bis 4 kg schweren, rotfleischigen Früchten. Weitere empfehlenswerte rotfleischige Sorten sind ‘Red Star’ F1 und ‘Crimson Sweet’ sowie die besonders kleinfrüchtigen und kernarmen Sorten ‘Tigrimini’ F1 und ‘Mini Love’ F1. ‘Janosik’ und ‘Luteo’ F1 sind bewährte gelbfleischige Züch­tun­gen.


Warme Kinderstube

Eine Direktsaat ins Beet ist wegen der bei uns vorherrschenden kühlen Bodentemperaturen nicht empfehlenswert. Daher sollten Sie entweder Jungpflanzen kaufen oder selbst welche in Töpfen vorziehen. Achten Sie bei der Vorkultur stets auf günstige Licht- und Temperaturverhältnisse (mindestens 18–22 °C). Topfen Sie die Sämlinge ca. eine Woche nach der Aussaat in 12-cm Töpfe mit keimfreier, lockerer Anzuchterde. Nach dem Topfen können Sie die Temperatur um 2 bis 3 °C reduzieren. Nach fünf bis sechs Wochen sind die Setzlinge pflanzfertig.

Ins Gewächshaus können Sie ab Anfang Mai pflanzen, im Freien sollten Sie sich bis Ende Mai gedulden. Je Quadratmeter Pflanzfläche benötigen Sie im Freiland einen Setzling, im Ge­wächs­haus, platzsparend an Schnüren hochgeleitet, zwei Setzlinge. Pflanzen Sie nicht zu tief, es kommt sonst schnell zu pilzlicher Stängelgrundfäule.


Mulchfolie für WassermelonenFoto: Flora Press/Joanna Kossak Mit einer Mulchfolie sorgen Sie für gute Wachstumsbedingungen.


Da Melonen Wärme lieben, können Sie zu Kulturbeginn mit Vlies, Folientunneln oder Mulchfolie für zusätzliche Wärme sorgen. Auch ist die Pflanzung auf einen Damm günstig, da sich die Erde dann schneller erwärmt. Wassermelonen schätzen eine schwarze Mulchbedeckung des Bodens. Neben dem gewünschten warmen Fuß för­dert sie auch die Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit. Zudem verringert eine Mulchauflage Unkrautbewuchs und die Fäulnisgefahr von am Boden aufliegenden Früchten.


Entspitzen, düngen, gießen

Nach dem Einwurzeln entspitzen Sie die Pflanzen oberhalb des vierten Laubblatts, um die Entwicklung der blütenbildenden Seitentriebe zu beschleunigen. Anders als bei der Zu­cker­me­lone sind keine weiteren Schnittmaßnahmen nötig, da die weiblichen Blüten überwiegend auf die Triebenden konzentriert sind und somit beim Kürzen der Triebe entfernt würden.

Bevor Sie die Mulchfolie verlegen, sollten Sie noch Dünger ausbringen, z.B. Horndünger (70 g/m²) oder 3 l/m² Kompost. Falls weitere Düngemaßnahmen nötig sein sollten, was Sie an hellgrünen bis gelben älteren Blättern erkennen, können Sie einen wasserlöslichen Volldünger mit dem Gießen verabreichen.

Bewässern Sie die Pflanzen möglichst wenig von oben und achten Sie auf eine gleichmäßige, aber nicht zu hohe Bodenfeuchte. Die Zuckerbildung in den Früchten wird nämlich durch zu viel oder zu wenig Wasser verringert.


Schnurkultur für WassermelonenFoto: Jaksch Sichern Sie die schweren Früchte bei Schnurkultur mit Netzen.


Bei zu reichem Fruchtansatz empfiehlt es sich, überschüssige Fruchtansätze frühzeitig aus­zu­dün­nen: Mehr als drei bis fünf Früchte je Pflanze sollten Sie nicht zur Ausbildung kommen lassen. Bei Schnurkultur im Gewächshaus ist es zudem hilfreich, die reifenden, schweren Früchte in einem Netz zu sichern.


Ausreifen lassen

Die Ernte beginnt etwa zehn bis elf Wochen nach der Pflanzung und kann von Mitte August bis zu den ersten Frösten reichen. Der Erntezeitpunkt beeinflusst entscheidend das Aroma und die Süße der Früchte. Vollreife Früchte weisen eine leicht gelbe Bodenkontaktstelle auf und klingen dumpf beim Klopftest. Zudem sind die dem Fruchtstängel nahestehenden Blattranken dann bräunlich vertrocknet.

Schneiden Sie die Früchte mit einem Messer oder einer Gartenschere von der Pflanze und genießen Sie sie am besten frisch. Gesunde Früchte können Sie bei 13–15 °C zwei bis drei Wochen aufbewahren. Bereits angeschnittene Fruchtsegmente sollten Sie in den Kühlschrank legen und zeitnah verbrauchen.

Thomas Jaksch
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH), ehemaliger Betriebsleiter 
Gemüsebau, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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