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Vermehrung durch Abmoosen

Kamelie durch Abmossen vermehrenFoto: Breder Gefällt Ihrem Nachbarn die Kamelie gut? Mithilfe des Abmoosens können Sie das Schmuckstück vermehren und verschenken. Besonders gut lässt sich das Abmoosen am Beispiel des Rhododendron erklären. Am besten sind dafür ein- bis zweijährige Triebe geeignet:

Gerade Triebstücke entblättern Sie zunächst auf einer Länge von etwa 30 cm. Den Ast schneiden Sie dann mit einem Zungenschnitt (ca. 3 cm lang) in Richtung Triebspitze auf ein Drittel vom Ast-Durchmesser schräg nach oben ein. Alternativ können Sie den Stamm auch ringeln. Hierbei bringen Sie im Abstand von ca. 5–10 mm zwei flache und parallele Schnitte rund um den Trieb an und entfernen die Rinde.

ZungenschnittFoto: Neder 1) Schneiden Sie den Trieb mit einem Zungenschnitt schräg nach oben auf. Dann schieben Sie in den Schnitt Torfmoos, damit die Wunde offen bleibt. Schnittstelle verbindenFoto: Neder 2) Die Schnittstelle verbinden Sie mit einer ca. 10 cm breiten, schwarzen ­Folie. Fangen Sie dabei unterhalb der Wunde an.
 
Wunde rundum bedecktFoto: Neder 3) Die Folie füllen Sie mit angefeuchtetem Torfmoos, sodass die Wunde rundum bedeckt wird.
 

Die Wunde können Sie dann leicht mit einem Bewurzelungshormon bepudern. Um die Wunde offen zu halten, schieben Sie in den Zungenschnitt etwas Torfmoos (Sphagnum, erhältlich im Fach­han­del).

WurzelbildungFoto: Neder 4) Dann verschließen Sie die Folie. Bis zur Wurzelbildung kann ein Jahr vergehen. Überprüfen Sie regelmäßig, ob sich bereits Wurzeln gebildet haben. Die Schnittstelle verbinden Sie anschließend mit schwarzer Folie: Sie beginnen unterhalb der Wunde und befestigen die etwa 7–10 cm breite Folie am besten mit einem Klebeband unten am Trieb. Anschließend füllen Sie die so entstandene Manschette mit angefeuchtetem Torfmoos, sodass die Wunde rundum bedeckt wird.

Alternativ können Sie es auch mit angefeuchtetem, grobfaserigem Weißtorf oder Perlite versuchen, evtl. klappt es auch mit „nor­ma­lem“ Moos. Anschließend binden Sie die Folienmanschette ober­halb der Wunde fest.

Bis sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, kann es bis zu einem Jahr dauern. Den Fortschritt der Wurzelbildung können Sie durch gelegentliches Öffnen der Folie kontrollieren. Wenn sich ausreichend Luftwurzeln gebildet haben, schnei­den Sie den „künstlichen“ Wurzelballen vorsichtig ab. Das Moos lassen Sie am besten noch am Ballen und setzen den bewurzelten Trieb in einen kleinen Topf zur Weiterkultur.

Bei Pflanzen, die von Natur aus leicht Luftwurzeln bilden, wie Philodendron (Philodendron), Pur­pur­tüte (Syngonium) oder Fensterblatt (Monstera), können Sie auf einen Einschnitt verzichten. Hier reicht es, um den Bereich der Luftwurzeln die Folienmanschette mit feuchtem Moos anzubringen. Eine Art von „Abmoosen light“ also. Eventuell kann es notwendig werden, vorab einige Blätter zu entfernen. Dies sollten Sie einige Tage vor dem Abmoosen machen, um Fäulnis zu vermeiden.

Thomas Neder
Kreisfachberater im Landkreis Coburg

 

Geeignete Pflanzen für das Abmoosen

Zimmerpflanzen
Gummibaum (Ficus elastica), Wunderstrauch (Codiaeum-Hybriden), Drachenbaum (Dracaena), Keulenlilie (Cordyline), Zimmer­aralie (Fatsia japonica), Queensland-Strahlenaralie (Schefflera actinophylla).

Kübelpflanzen/Gehölze
Kamelie (Camellia), Hibiskus (Hibiscus-Hybriden), Rhododendron (Rhododendron-Hybriden).

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