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Naturnahes Gärtnern: Gemüse düngen

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Fenchel mit Hornspänen düngenFoto: Reinhard-Tierfoto Früh im Kulturzeitraum lässt sich Fenchel noch mit Hornspänen düngen.

In einem Garten werden meist viele verschiedene Gemüsearten angebaut. Jede Pflanze hat ihren eigenen Nährstoffbedarf. Zu wenig Nährstoffe führen zu niedrigem Ertrag, schlechter Qualität und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge. Doch auch eine Überdüngung wirkt sich negativ aus: Bei Spinat, Salat und Roter Bete kann etwa der Nitratgehalt so stark steigen, dass das Gemü­se besonders für Kinder ungesund wird.


Spezieller Nährstoffbedarf

Gemüsearten werden in Stark-, Schwach- und Mittelzehrer eingeteilt, die entsprechend einen ho­hen, mittleren oder nie­dri­gen Nährstoffbedarf haben. Zu den Stark­zehrern gehören z.B. Blu­men­kohl, Brokkoli, Kopfkohl, Kürbis, Zucchini, Porree, Tomate (Gewächshaus), Zuckermais, Petersilie und Schnittlauch. Zu den Mittelzehrern gehören Chinakohl, Mangold, Spinat, Knoblauch und Kartoffeln. Zu den Schwachzehrern gehören Möhren, Zwiebeln, Radieschen, Salate und Rucola.

Trotz der unterschiedlichen Ansprüche brauchen alle regelmäßige Düngergaben. Kombinieren Sie zwei Nährstoffquellen miteinander: Erstens die Anreicherung des Bodens mit Humus durch Kompost oder Gründüngung und zweitens die Düngung mit organischen und/oder mineralischen Handelsdüngern.

Kompost oder größere Mengen eingearbeiteter Pflanzenreste wie Gründüngung bewirken eine langsam fließende Nährstoffzufuhr und verbessern so die Bodenfruchtbarkeit. Diese Art der Dün­gung muss jedes Jahr wiederholt werden. Kompost wird frühzeitig im Frühjahr in die Beete ein­ge­ar­bei­tet. Verteilen Sie 5–10 l Kompost pro m² auf die gelockerten Beete und vermischen Sie diesen mit der oberen Bodenschicht. Beachten Sie, dass bei Möhren, Bohnen, Lauch, Zwiebeln oder Rettich nicht vollständig verrotteter Frisch-Kompost dazu führen kann, dass Schädlinge wie Ge­mü­se­flie­gen angelockt werden.

Neben dieser Grunddüngung benötigen die Pflanzen zusätzliche Nährstoffe über organische Han­dels­dün­ger oder Mineraldünger. Die Düngermenge, die Sie jeweils zusetzen müssen, hängt dabei stark von Boden und Standort ab (sinnvoll ist deshalb vorab eine Bodenanalyse). Die Dün­ge­emp­feh­lung in der Tabelle kann daher nur als Anhaltspunkt gelten. Wenn nur wenig Kompost zur Verfügung steht, muss die Düngung mit organischen Handelsdüngern oder Mineraldüngern erhöht werden.

Besonders wichtig ist die Gabe von Stickstoff, am besten über Hornspäne. Bei den Starkzehrern sollten sie auch ausgebracht werden, wenn schon mit Kompost gedüngt wurde. Um einem Mangel an Kalium oder Magnesium vorzubeugen, kann zusätzlich Patentkali gegeben werden.

Achten Sie besonders bei organischer Düngung darauf, dass schnell wachsende Pflanzen (wie z.B. Salate) zwar einen geringen Bedarf haben, die Nährstoffe aber in sehr kurzer Zeit aufnehmen müssen. Sie benötigen deshalb einen humusreichen Boden, der laufend Nährstoffe nachliefert.

Gewächshauskulturen, wie z.B. Tomaten, werden über einen langen Zeitraum geerntet und brau­chen deshalb mehrere Nährstoffgaben. Bohnen und Erbsen gewinnen mithilfe von Knöll­chen­bak­te­rien Stickstoff und sollten deswegen nur eine schwache Grunddüngung mit Stickstoffdüngern bekommen.


Der richtige Zeitpunkt

Den Kompost sollten Sie im Frühjahr ausbringen (s.o.). Eine Zusatzgabe mit organischem oder mineralischem Dünger erfolgt dann, wenn Sie mit der Bodenbearbeitung des Beetes beginnen. Dabei muss der organische Dünger flach in den Boden eingearbeitet werden, damit er dort seine Langzeitwirkung entfalten kann. Diese erste zusätzliche Düngung ist wichtig, da Kompost im Frühjahr oft nicht genügend Stickstoff liefern kann, weil die Aktivität der Bodenorganismen zu dieser Zeit noch eingeschränkt ist.

Wenn Sie Mineraldünger verwenden, ist zusätzlich eine „Kopf­düngung“ nach dem Jungstadium der Pflanzen sinnvoll, weil Mineraldünger sich lösen und leicht vom Regen ausgewaschen werden können. Grundsätzlich sollten Mineraldünger mit leicht löslichem Stickstoff im Naturgarten spar­sam verwendet oder durch Naturdünger ersetzt werden, weil die Gefahr einer Überdüngung und Auswaschung ins Grundwasser groß ist.

Uwe Hornischer


Düngergaben, zusätzlich zur Kompost- oder Gründüngung

 

Starkzehrer
Mittelzehrer
Schwachzehrer
   
Hornspäne 100 g/m² 65 g/m² 35 g/m² Bei Kulturbeginn
in den Boden
einarbeiten
+ Patentkali 65 g/m² 45 g/m² 25 g/m² Vor der Kultur
streuen
Blaukorn 80 g/m² 50 g/m² 30 g/m² In 2–3 Gaben über
die Kulturzeit verteilen

 


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