• Kleingartenwesen

Gemeinschaftsgärten für Senioren

Seniorengärten fürs Gärtnern im Alter

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  • Gemeinschaftsgärten
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Kleingärtnern macht auch noch im Alter SpaßFoto: dpa Kleingärtnern macht auch noch im Alter Spaß – auch wenn es manchmal etwas mühevoller ist.


Auch Kleingärtner müssen irgendwann einsehen, dass sie alt werden. Die Arbeiten auf der Parzelle fallen schwe­rer – das Bücken, Heben, Tragen und Knien bereitet immer mehr Mühe, und viele ältere Gartenfreunde sind irgendwann auf Hilfe angewiesen. Die meisten müssen dann früher oder später ihren Kleingarten an den Verein zurückgeben. Kein leichter Schritt, schließlich gibt man nicht „nur“ sein liebstes Hobby auf, sondern verliert auch soziale Kontakte und sein selbst ge­schaf­fenes kleines Paradies.

Gemeinschaftliche Seniorengärten sind eine Möglichkeit, weiter gärtnern zu können – auch wenn die Kraft nicht mehr ausreicht, um die eigene Parzelle zu bewirtschaften. Hier pachten mehrere Se­nioren gemeinsam eine Parzelle, die spe­ziell fürs Gärtnern im Alter ausgelegt ist. So haben sich auch Gartenfreunde des Kleingärtnervereins „Marli“ vor Kurzem zusammengetan, um eine Parzelle gemein­sam zu pachten.


Barrierefrei und altersgerecht

Die fünf Männer und eine Frau wollen ihren neuen Kleingarten altersgerecht umgestalten: Meh­re­re Hochbeete, die für ältere Kleingärtner gut zu bewirtschaften sind, stehen dort bereits. Gefähr­liche Stolperfallen, wie Stufen oder Absätze, sollen demnächst entfernt werden, sodass der Klein­garten barrierefrei wird. Die Wege werden verbreitert, die Beete verkleinert, überalterte Obst­ge­höl­ze über 2,50 m Höhe entfernt.

Mit dem Einsatz von Mulch soll Wildkräutern möglichst wenig Platz gelassen werden. Beim Anbau von Obst und Gemüse wird darauf geachtet, dass die Ernte und die Pflege der Pflanzen möglichst einfach sind. So können Stangenbohnen, rankende Freilandgurken und Erdbeeren von einer Erd­beer­py­ra­mi­de bequem im Stehen geerntet werden.

Die Senioren wollen sich auch neue Arbeitsgeräte anschaffen: Schwere Geräte werden durch leichte ersetzt, deren Stiellänge das Arbeiten in einer aufrechten Körperhaltung ermöglicht. Als Ansprechpartner für den Verein haben die Senioren einen Obmann gewählt.


Hochbeete mieten

Einen Schritt weiter ist man beim Kleingärtnerverein „Preetz“. Dort hat man im vergegangenen Herbst einen Seniorengarten eröffnet, für den jetzt Interessenten gesucht werden. „Wir haben einen Generationswechsel, immer mehr Gartenfreunde können ihre Parzelle nicht mehr alleine bewirtschaften, wollen aber trotzdem noch Obst und Gemüse anbauen. Aber vor allem hat das Gärtnern im Verein ja auch eine soziale Funktion – man vereinsamt so nicht in seiner Wohnung“, erklärt Wolf-Rüdiger Hahn, Vorsitzender des Vereins.


Hochbeet zu vermietenFoto: der reporter Hochbeet zu vermieten – die Gartenfreunde des KGV „Preetz“, im Bild mit Sponsor, ­machen es möglich.


„Wir hatten eine Parzelle in Hanglage, die total verwildert war, alles war zugewuchert, der Rasen komplett verfilzt. In über 2000 Arbeitsstunden haben wir die Parzelle hergerichtet, Terrassen an­ge­legt und Hochbeete errichtet, das war enorm viel Arbeit und wäre ohne die Hilfe von Sponso­ren nicht möglich gewesen“, schildert Hahn.

Die Vereinsmitglieder pflanzten zudem Obstgehölze und Ziersträucher und instal­lierten Wasser­an­schlüsse. Jetzt können Gartenfreunde im Seniorengarten ein Hoch­beet für 40 Euro im Jahr pachten. Die Pflege der Parzelle sowie alle anderen Un­kosten, wie z.B. die Versicherung, übernimmt der Verein. „Alleine aus versicherungstechnischen Gründen können wir nur an Vereinsmitglieder ver­pach­ten, aber wir hoffen, so auch Senioren anzusprechen, die bislang keine Kleingärtner waren“, erläutert Hahn.


Freude am Gärtnern bewahren

Seniorengärten dienen dem Zusammenhalt der Kleingärtner und bewirken, dass Senioren weiter Spaß und Freude an der Gartenarbeit haben können – auch wenn die eigene Parzelle abgegeben werden muss. Für viele Senioren scheint so ein Projekt ein Wagnis, das sie aber nicht scheuen müssen. Sich zusammen eine Parzelle zu teilen, ist mit Sicherheit besser, als alleine zu Hause zu bleiben.

Hans-Dieter Schiller
Vorsitzender des Landesverbandes
der Gartenfreunde Schleswig-Holstein

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