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Lauchgewächse fürs Gemüse- und Blumenbeet

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ZimmerknoblauchFoto: Flora Press/Visions Schmeckt würzig und hat tolle Blüten: der Zimmerknoblauch.

Es gibt Gewächse, denen die klassische Einteilung in Nutz- und Zierpflanzen ziemlich egal ist. Da sie sowohl schön sind als auch schmecken, sind sie im Gemüsebeet genauso gut aufgeboben wie im Staudenbeet oder im Steingarten. Wenn solche Pflanzen mit Mehrfachnutzen dann auch noch Nektar- und Pollenquelle für Insekten sind, sollten sie in keinem Garten fehlen.

Unter den Lauchgewächsen, auch Zwiebelgewächse genannt, gibt es besonders viele dieser Alleskönner. Neben dem „Allerwelts-Allium“, dem Schnittlauch haben Sie die Auswahl unter weiteren Kandidaten aus aller Welt.

Weltenbürger mit Würzkraft  SchnittknoblauchFoto: Flora Press/BIOSPHOTO/Frederic Tournay

Der Schnittknoblauch (Allium tuberosum) ist weltweit verbreitet. Vor allem in China und Japan hat er eine jahrhundertelange Anbautradition. Sowohl kulinarisch als auch medizinisch genutzt, wird er dort als „Juwel unter den Gemüsen“ bezeichnet. Wer Schnittknoblauch im Garten hat, kann diese Wertschätzung gut nachvollziehen: Die Pflanzen sind einfach zu ziehen, haben eine gute Würzkraft und sind hübsch.

Eine Menge Insekten scheinen von den positiven Eigenschaften des Schnittknoblauchs ebenfalls überzeugt zu sein. Sobald die ersten Knospen aufblühen, besuchen unzählige Wildbienen und Schmetterlinge die weißen Blütendolden. In Zeiten, wo viel über abnehmende Artenvielfalt berichtet wird, rückt Schnittknoblauch daher besonders positiv ins Blickfeld.

Die Verwendung in der Küche ist vielfältig: Sie können fast alle Pflanzenteile nutzen: die Blätter als Salatwürze wie Schnittlauch, die Blütenstängel und -knospen kurz gedünstet oder gekocht. Das Aroma ist mild knoblauchartig. Die essbaren Blüten sind eine hübsche Salat-Deko.

Schnittknoblauch verträgt Frost und wächst als Staude mehrjährig über viele Jahre. Die Anzucht der Pflanzen erfolgt durch Aussaat bei ca. 20 °C. Säen Sie im Frühjahr bis Frühsommer 15 bis 20 Samenkörner in einen Topf mit 8 bis 10 cm Durchmesser. Nach zehn bis zwölf Wochen können Sie die Pflanzen im Abstand von 20 bis 25 cm auspflanzen – sie blühen dann im Sommer des nächsten Jahres. In Gartencentern und auf Wochenmärkten werden auch bereits blühende Pflanzen angeboten.

Am besten setzen Sie gleich mehrere Pflanzen in Ihren Garten – einige nutzen Sie laufend als Würzkraut, andere lassen sie ungestört zur Blüte kommen. Lässt nach Jahren die Blütenfülle etwas nach, können Sie einzelne Pflanzen durch Teilung verjüngen. Üblicherweise blühen die Sorten von Schnittknoblauch weiß, es gibt aber auch eine Auslese mit rosafarbenen Blütenständen.

Zimmerknoblauch Tulbaghia violaceaFoto: Flora Press/Visions

Kübelpflanze mit Knobiduft

Optisch dem Schnittknoblauch ähnlich ist der Zimmerknoblauch (Tulbaghia violacea), er ist aber nicht frosthart. Die aus Südafrika stammende mehrjährige Staude besitzt je nach Sorte flache dunkelgrüne oder weiß-grün pa­naschierte Blätter und bil­det hübsche lilafarbene Blütenstände. Die Wuchshöhe liegt bei 30 bis 50 cm. In der Küche können Sie die Blätter als Würzkraut in Salaten, Quark oder Kräuterbutter verwenden, auch die Blüten sind essbar.

Die Vermehrung erfolgt nicht über Aussaat, sondern durch Teilung von Mutterpflanzen. Der Zimmerknoblauch belohnt sonnige Standorte, egal ob im Kübel auf der Terrasse oder ausgepflanzt im Staudenbeet, mit einer reichen, ausdauernden Blüte von Juni bis Oktober. Überwintern Sie den Zimmerknoblauch entwe­der kühl und hell, z.B. im Treppenhaus auf einer Fensterbank, oder schnei­den Sie die Pflanzen zurück und stellen Sie sie dunkel, trocken und kalt bei ca. 5 bis 10 °C, z.B. in einer Garage, auf.

BerglauchFoto: Flora Press/Visions

Spätblüher mit Geschichte

Der Berglauch (Allium lusitanicum) punk­­tet mit abgeflachten bläulich grünen Blättern und violettrosafarbenen Blüten. Die mehrjährige, frostharte Zwiebelpflanze hat ihre Heimat in Zentralasien und Südeuropa. Die Pilger auf dem Jakobsweg sollen den Berglauch in früheren Jahrhunderten zum Schutz vor Skorbut gegessen haben, weshalb er auch „Jakobslauch“ genannt wird. Neben den Blättern, die von Frühjahr bis Sommer als Würzkraut genutzt werden, können Sie auch die kleinen Zwiebelchen und die Blüten verwenden.

Die Pflanze bildet keine Samen, sie muss also über Teilung oder Steckzwiebeln vermehrt werden. Berglauch verträgt Trockenheit und ist wenig anspruchsvoll, freut sich aber über fruchtbare, lockere Bodenbedingungen. Seine Blütezeit reicht vom Sommer bis in den Herbst, und viele Insekten nutzen sein spätes Pollen- und Nektarangebot.

SternblumeFoto: Flora Press/Visions

Blütensterne mit Mehrwert

Die Sternblume (Ipheion uniflorum), auch Frühlingsstern oder „Andenknobi“ genannt, ist eine niedrig wachsende Zwiebelpflanze mit grasartigem, zartem Laub. Die Blütezeit reicht von April bis Anfang Juni. Sie stammt aus dem Hochland Südamerikas und ist bedingt winterhart. In rauen Lagen sollten Sie ihr daher einen leichten Winterschutz aus Reisigzweigen geben. Neben sonnigen kommen auch halbschattige Standorte infrage, der Boden sollte durchlässig sein.

Essbar sind die Blätter und die hellblau­en Blüten, aber nicht die Zwiebeln. Das Aroma ist dem Schnittknoblauch ähnlich. Sie können die Pflanze im Frühjahr in Töpfen kaufen oder im Herbst als kleine Zwiebeln in den Boden stecken. Nach der Blüte zieht die Pflanze das Laub ein, treibt aber bereits im Herbst wieder aus.

Russe mit Nehmerqualitäten Altai-LauchFoto: picture alliance /imageBROKER

Der aus Russland stammende Altai-Lauch (Allium altaicum) ist sehr robust und winterhart. Er ähnelt der Winterheckenzwiebel, ist aber noch etwas kräftiger und erreicht eine Wuchshöhe von 70 cm. Essbar sind die dicken, röhrenartigen Blätter, die Blütenstände sowie junge Zwiebeln.

Die Standortansprüche bezüglich Licht und Boden sind gering. Die großen, weißen Blütenkugeln locken ab Juni zahlreiche Insekten an. Schneiden Sie die Pflanze am besten nach der Blüte zurück – dann erfolgt ein zweiter Austrieb mit jungen, zarten Röhren.

 

 

 

 

 

Würzkraut mit Wuchskraft Wunder-LauchFoto: Sunshine/Adobe Stock

Die ausdauernde, grasartig wachsende Staude Wunder-Lauch (Allium paradoxum) stammt aus Zentral­asien. Einmal im Garten angepflanzt, breitet sie sich, ähnlich wie Bärlauch, schnell und ungezügelt aus. Der Standort spielt dabei keine große Rolle, die Pflanzen gedeihen auf sonnigen und schattigen Flächen.

Das Laub ist schmal bis lanzettlich. Die weißen, doldigen Blüten sitzen zusammen mit mehreren kleinen, grünen Brutzwiebelchen auf dreikantigen Stängeln. Alle Pflanzenteile sind essbar und liefern ein jahreszeitlich sehr frühes Würzkraut mit typischem Lauch­aroma. Die Blüte erfolgt bereits im April, noch vor der Bärlauchblüte. Danach ziehen die Pflanzen zum Sommerbeginn wieder ein.

Thomas Jaksch
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH),
ehemaliger Betriebsleiter Gemüsebau,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Bezugsquellen LauchgewächseFoto: F_studio/Adobe Stock

Michael Camphausen
Tel. 04249/80 84
www.michaelcamphausen.de

Staudengärtnerei Gaißmayer
Tel. 07303/60 89 60
www.gaissmayer.de

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Tel. 04288/300 19 11
www.kraeuter-und-duftpflanzen.de

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