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Wintergrüne Stauden

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Kaukasus-Storchschnabel
  • Stauden
  • Sonnenröschen
  • Purpurglöckchen
  • Blauschwingel
  • Wollziest
  • Elfendistel
  • Bergenie
  • Flaumige Elfenblume
  • Lenzrosen
  • Schaumblüte
  • Herbst-Alpenveilchen

PurpurglöckchenFoto: 7monarda/Adobe StockIn den Wintermonaten fehlen im Garten häufig Kontraste. Die Blumen sind abgeblüht, viele Sträucher schon zurückgeschnitten, und auch die meisten Stauden haben sich für die Überwinterung bereits eingezogen. Dabei gibt es unter den Stauden und Gräsern zahlreiche Vertreter, die auch im Winter ihre Blätter tragen und so für Farbe im Garten sorgen. Sie werden als immergrün oder wintergrün bezeichnet, wobei die Trennung nicht ganz einfach ist. Immergrüne Pflanzen können ihr Laub grundsätzlich mehrere Jahre behalten. Bei wintergrünen Stauden wird das Laub zum Ende des Winters oft unansehnlich oder stirbt ab, etwa bei vielen Lenzrosen, bei Elfenblumen oder Wollziest. Das alte Laub sollten Sie dann vor dem Neuaustrieb im Frühjahr entfernen.

Viele wintergrüne Stauden bevorzugen schattige Plätze, weil sie dort vor Kahlfrösten bei Wintersonne besser geschützt sind. Doch auch für sonnige Standorte gibt es zahlreiche wertvolle Arten. Bei ihnen kann es jedoch ratsam sein, sie bei starken Kahlfrösten mit Reisig oder Vlies zu schattieren, um die Verdunstung über die Blätter zu verringern.

Sonnige Standorte

 

Kaukasus-StorchschnabelFoto: Manfred Ruckszio/Adobe Stock

Durch die wildlederartigen, grünen Blätter mit grauem Schimmer werden die Blüten beim Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii) fast zur Nebensache, obwohl auch sie sehr hübsch sind.
Blüte: weiß mit blauen Adern, Juni bis Juli
Standort: sonnig, trockener, nähr­stoffarmer Boden
Wuchs: 20–30 cm hoch, kompakt
Besonderheit: Insektenweide, kein Schneckenfraß

 

Sonnenröschen (Helianthemum, Foto: Sorte ‘Wisley Pink’) sind wahre Sonnen­anbeter. Im Sommer leuchten ihre einfachen oder gefüllten Blüten, während im Win­ter die grünen oder silbrig grauen Polster einen Blickfang im Garten bilden.

SonnenröschenFoto: mauritius images/Thrillerfillerspiller/Alamy Stock Photos

Blüte: gelb, orange, rot, weiß oder rosa, Mai bis Juli
Standort: sonnig, durchlässiger, trockener, nährstoffarmer Boden
Wuchs: 10–15 cm hoch, polsterartig
Besonderheit: Rückschnitt nach der Blüte fördert Vitalität und dichten Wuchs

 

Die großen, schön geformten und oft gerüschten oder gemusterten Blätter des Purpurglöckchens (Heuchera, Foto: Sorte ‘Electra’) sind rund ums Jahr ein Hingucker. Ihre Farbpalette reicht von hell- und dunkelgrün über orange bis dunkelrot oder rotbraun.
Blüte: weiß, rosa oder rot, klein, Juni bis August
Standort: sonnig, halbschattig, durchlässiger Boden
Wuchs: Laub 20–30 cm hoch, Blüte 40–60 cm hoch
Besonderheit: für Beete und Pflanzgefäße geeignet, Blüten und Blätter eignen sich für den Vasenschnitt

PurpurglöckchenFoto: mauritius images/Mike jarman/Alamy Stock Photos

 

Je trockener und heißer der Standort ist, desto kräftiger leuchtet das Stahl- bzw. Eisblau des Blauschwingels (Fes­tuca cinerea). Im Laufe des Jahres verblasst die Farbe etwas, sodass er den Garten im Winter mit einem zarten Blaugrau ziert.

BlauschwingelFoto: photohampster/Adobe Stock

Blüte: gelblich braun, Juni bis Juli
Standort: sonnig, trockener, nährstoffarmer Boden
Wuchs: 10–15 cm hoch, halbkugelig, polsterartig
Besonderheit: für Steingärten, Heidegärten und zur Dachbegrünung geeignet

 

WollziestFoto: ANGHI/Adobe Stock

Wollziest (Stachys byzantina) bildet mit seinen filzig-weich behaarten Blättern mit der Zeit dichte Teppiche.
Blüte: rosaviolett, Juni bis Juli
Standort: sonnig, trockener Boden
Wuchs: Blatt 15–20 cm hoch, Blüte bis 60 cm hoch
Besonderheit: tolles Tasterlebnis für Kinder, kommt selbst in ­trockenen Sommern ohne Bewässerung aus

 

ElfendistelFoto: mauritius images/Michael Russell/Alamy Stock Photos

Bei der Elfendistel (Morina longifolia) zieren im Sommer die zarten Blüten an langen Blütenstielen, ab Herbst die dekorativen Samenstände und im Winter die immergrünen Blattrosetten.
Blüte: rosa-weiß, Juli bis August
Standort: sonnig, trockener Boden
Wuchs: Laub 30 cm hoch, Blüte 80 cm hoch
Besonderheit: duftet, wertvoller Nektarspender für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge

 

Schattige Standorte

 

Die Hybriden der Bergenie (Bergenia) sind unkompliziert und anspruchslos. Sie eignen sich sowohl für die Gehölzunterpflanzung als auch für Gefäße und breiten sich mit der Zeit bodendeckend aus.

BergenieFoto: Flower_Garden/Adobe Stock

Blüte: weiß, rosa, pink, rot oder violett, April bis Mai
Standort: sonnig, absonnig, halbschattig, frischer bis trockener Boden
Wuchs: Laub 15–25 cm hoch, Blüte 40–50 cm hoch
Besonderheit: Blätter zeigen leuchtende Herbstfärbung in vielen rötlichen Farbnuancen, Blüten für Vasenschnitt geeignet

 

Die horstbildende Flaumige Elfenblume (Epimedium pubigerum) eignet sich gut für die Unterpflanzung von Gehölzen, da sie relativ trockenheitsverträglich ist.
Blüte: klein, cremeweiß, April bis Mai
Standort: halbschattig, schattig, frischer bis trockener Boden
Wuchs: 20 cm hoch
Besonderheit: Insektenweide, kein Schneckenfraß, extrem winterhart bis –28 °C

Flaumige ElfenblumeFoto: cristographic/Adobe Stock

 

Lenzrosen (Helleborus orientalis-Hybriden) gehören zu den Klassikern unter den Winterblühern. Aufgrund der wintergrünen Blätter, der Pracht der frühen, bis zu 8 cm großen Blüten und der unkomplizierten Kultur sollten sie in keinem Garten fehlen.

LenzrosenFoto: Natalia Greeske/Adobe Stock

Blüte: creme, weiß, rosa, rot oder mehrfarbig, Februar bis April
Standort: sonnig, halbschattig, schattig, frischer Boden
Wuchs: 30–40 cm hoch
Besonderheit: für Vasenschnitt geeignet, sehr stark giftig

 

Als reizvoller Bodendecker breitet sich die Schaumblüte (Tiarella cordifolia) über oberirdische Ausläufer maßvoll aus. Die wertvolle Wildstaude bildet lockere Blütenstände und ist ein schöner Begleiter etwa zu Rhododendron.

SchaumblüteFoto: P. Kosachev/Adobe Stock

Blüte: weiß, April bis Mai
Standort: halbschattig bis schattig, feucht, leicht sauer, humos
Wuchs: 10–20 cm hoch
Besonderheit: schöne kupferfarbene Herbst- und Winterfärbung

 

Beim Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) zeigen sich die spitz-dreieckigen Blätter erst mit oder nach dem Erscheinen der Blüten ab dem Spätsommer. Sie bleiben den Winter über grün und ziehen erst im Früh­sommer ein.
Blüte: rosa, August bis Oktober
Standort: absonnig bis schattig, frischer bis trockener Boden
Wuchs: 10–15 cm hoch
Besonderheit: bildet durch Selbstaussaat mit der Zeit ­größere Bestände

Herbst-AlpenveilchenFoto: mauritius images/Graham Prentice/Alamy Stock Photos


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