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Pilze im Garten anbauen

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Wie kommt die Brut ins Holz?

Um das Holz mit den Pilzkulturen zu impfen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl: Scheiben-, Schnittflächen-, Bohrloch-, Keil- und Schnittimpfmethode. Alle Methoden haben das gleiche Ergebnis, daher bleibt es Ihnen überlassen, für welche Sie sich entscheiden.


Scheibenmethode:
Sägen Sie an einem Stammende eine mindestens 3 cm dicke Scheibe ab. Stellen Sie den Stamm auf, sodass die Schnittstelle oben ist. Darauf kommt eine ca. 1 cm dicke Schicht Brutpaste oder Körnerbrut, über die die abgesägte Scheibe wieder ge­setzt und mit einem langen Nagel fixiert wird. Stülpen Sie einen Plastikbeutel darüber und sichern Sie das Ganze mit einem Gummiring. So kann kein Ungeziefer eindringen, und einem Austrocknen wird vorgebeugt.


SchnittflächenbeimpfungFoto: mauritius images/tbkmedia.de/Alamy Bei der Scheiben- oder der Schnittflächenbeimpfung wird die Pilzbrut auf der frischen Schnittfläche verteilt.


Schnittflächenbeimpfung:
Verteilen Sie die Brut auf einer frischen Schnittfläche. Decken Sie anschließend mit einer aus­reichend großen Plastikfolie ab. Für einen engen Verschluss können Sie mit kleinen Nägeln sorgen.


Bohrlochmethode:
Verteilen Sie über die ganze Rindenfläche möglichst tiefe Bohrlöcher von je 2 cm Durchmesser. Die Abstände sollten 10 cm betragen und in Reihen gegeneinander versetzt sein. So erreichen Sie eine Verteilung über den ganzen Stamm. Danach erfolgt die Befüllung mit Brut, die mit einem sauberen Stäbchen festgedrückt wird. Zum Verschließen können Sie Folie, Kork oder Pappstückchen ver­wen­den. Eine Alternative für das Befüllen sind Impfdübel.


Befüllen bei der BohrlochmethodeFotos: Nicola Krämer/Pilzbrutversand Krämer (o.) / mauritius images/Zoonar GmbH/Alamy (u.) Oben: Mit Pilzbrut beimpfte Holzdübel.
Unten: Impfdübel sind ein einfaches Mittel zum Befüllen bei der Bohr­loch­methode.


Schnittimpfmethode:
Bei dieser Methode wird die Pilzbrut in einen ca. 3 cm breiten, tiefen Schnitt gefüllt. So hat das Myzel eine große Angriffsfläche und kann sich in beide Richtungen des Stammes gut ausbreiten. Mit der Handsäge sind meist zwei Parallel-Schnitte notwendig, zwischen denen Sie das stehen gebliebene Holz entfer­nen müssen. Schneller und einfacher ist der Einsatz einer Kettensäge. Anschließend muss auch hier der Schnitt mit Folie abgedeckt werden.


SchnittimpfmethodeFoto: Flora Press/Otmar Diez Die Schnittimpfmethode bietet dem Myzel eine große Angriffsfläche, sodass es sich in beide Richtungen des Stammes gut ausbreiten kann.


Keilmethode:
Abgeleitet von der eben beschriebenen Methode ist die einfachere Keilmethode. Schneiden Sie bis zur Mitte des Stammes einen Keil heraus (6 cm breit) und streichen Sie die Brut auf die Schnitt­stellen. Setzen Sie anschließend den Keil wieder ein und dichten Sie mit Folie ab.

Einen schnellen Abschluss der Anwachsphase erreichen Sie durch die Lagerung der be­imp­ften Stämme an einem schattigen Platz. Hölzer mit Schnittflächenbeimpfung müssen aufrecht stehen, Stämme mit Bohrloch- und Schnittimpfmethode können Sie während der Durchwachsphase auch zum Stapel zusammenlegen. Der sollte aber nicht länger als 3 m, nicht breiter als 1,50 m und nicht höher als 1,20 m sein. Sonst können sich im In­neren zu hohe Temperaturen entwickeln. Solche Stapel müssen mit Jutesäcken, Laub oder Stroh abgedeckt und feucht gehalten werden.

Ist das Myzel gut angewachsen, kommen die Stämme an ihren endgültigen Standort. Sie müssen regelmäßig befeuchtet und dabei möglichst vor Schnecken geschützt werden. Die Abdeckungen an den Impfstellen werden entfernt, denn hier erscheinen die ersten Pilze. ­Shii-Take und Judasohr brauchen keinen Kontakt zur Erde. Stämme, die andere Arten tragen, sollten Sie etwa 15 cm tief, in einem Abstand von 30 cm, eingraben. Denn das Myzel breitet sich auch in der Erde aus und nimmt Wasser und Nährstoffe auf.

Wie Sie sehen, ist dem Pilz nicht nur Wald und Wiese vorbehalten – er ist auch für unsere Kleingärten eine Bereicherung. Denn die Anlage der Kulturen bietet auch interessante Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten im Garten.

Jens Carstens
Stellv. Vorsitzender des
Landesverbandes Schleswig-Holstein
der Gartenfreunde

Wie Sie ein „Pilzbeet“ anlegen, erklären wir Ihnen hier.

Einen Artikel zum Thema „Einsatz von Mykorrhiza“ finden Sie hier.

 

AusternpilzFoto: Himmelssturm/Fotolia Austernpilz

Bezugsquellen

Biogartenversand Jeebel
Tel. 03 90 37/7 81
www.biogartenversand.de

Hawlik Pilzbrut
Tel. 08 00/4 00 28 00
www.pilzbrut.de

Pilzbrutversand Krämer
Tel. 05 11/71 70 54
www.shii-take.de

Pilzmännchen
Tel. 08 00/7 45 99 82
www.pilzzuchtshop.eu

 

 

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